"Startups als kleine Initiative betrachtet"
In vielen Bereichen moderner Technik wird der Weltmarkt von Unternehmen aus den USA oder aus Asien angeführt. Oftmals Unternehmen, die erst wenige Jahre alt sind. Im ORF Steiermark-"Samstagsgespräch" erklärt Hannah Wundsam, wieso hierzulande Startups einen anderen Stellenwert haben.
"Wir machen jährlich den Austrian Startup Monitor. Eine Studie, wo wir uns die neuen, innovativen Startups anschauen. Und da sehen wir, dass seit dem ersten Monitor vor acht Jahren der Technologietrend, der als Nummer eins genannt wurde, die künstliche Intelligenz ist", sagt Hannah Wundsam, Geschäftsführerin von AustrianStartups.
Doch die Zahl der Neugründungen stagniert. Dies liege laut Wundsam daran, dass Startups in Österreich nach wie vor einen geringen Stellenwert hätten: "Die amerikanische Wirtschaft ist geprägt von Unternehmen, die vor weniger als 20 Jahren gegründet wurden. Alle Topunternehmen, die tatsächlich das Wirtschaftswachstum dort antreiben – Google, Facebook, Peak, Open AI – das sind alles Unternehmen, die einerseits Technologieunternehmen sind und auf der anderen Seite vor einigen Jahren selbst noch als Garagen-Startups gewertet wurden. In Österreich werden Startups immer als kleine spezifische Initiative betrachtet."
Gerade der Bereich Physical-AI sei ein Trendbereich, in dem es darum gehe, Industrie und Maschinerie mit KI zu kombinieren. Hier gibt es auch für Europa noch Chancen. Etablierte Industrieunternehmen könnten laut Wundsam mit Startups kooperieren – beispielsweise beim Thema Robotic – und es dadurch schaffen, auch global betrachtet Relevanz zu behalten oder zu erlangen.
Die Arbeitswelt verändert sich nicht erst, seit es Künstliche Intelligenz gibt. Die Gesellschaft sei aber bisher oft nicht bereit, die Veränderungen mitzutragen. "Wir laufen gerade durch mehrere Generationsereignisse auf einmal. Durch KI, durch die Klimakrise, durch die Veränderungen unseres Planeten an sich. Und für all diese neuen Problemstellungen braucht es auch neue Lösungen und neue Wege. Und diese kommen ganz oft aus der Startup-Szene. Die Startup-Szene alleine wird aber nicht all unsere Probleme lösen, sondern es braucht die Zusammenarbeit mit der etablierten Wirtschaft, mit der Öffentlichkeit und im Endeffekt eine Kulturveränderung in der Gesellschaft", so die Startup-Expertin, die auch die Bundesregierung berät.