Bericht: EU droht Meeresschutzziel für 2030 zu verfehlen
Die EU droht ihre Meeresschutzziele für 2030 zu verfehlen. Nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs steht nicht nur zu wenig Meeresfläche unter Schutz. Vielerorts fehlen auch konkrete Regeln, damit der Schutz tatsächlich wirkt, wie die unabhängigen Prüfer des Rechnungshofs heute in einem Bericht feststellten.
Hintergrund ist die EU-Biodiversitätsstrategie. Diese sieht vor, dass bis 2030 mindestens 30 Prozent der EU-Gewässer unter Schutz gestellt werden.
Zehn Prozent dieser Meeresfläche sollen zudem streng geschützt werden – Fischerei ist dort nicht erlaubt. Laut dem Bericht sind derzeit rund 14 Prozent der Meeresgewässer als Schutzgebiete ausgewiesen, weniger als ein Prozent steht unter strengem Schutz.
Die Prüfer bemängeln vor allem, dass der Status als Schutzgebiet oft nicht mit wirksamen Regeln verbunden ist. Dauerhafte Fangbeschränkungen gelten laut Rechnungshof nur auf rund 15 Prozent der Fläche der Meeresschutzgebiete. Fischerei und andere Tätigkeiten, die den Meeresboden schädigen, gehören dem Bericht zufolge zu den großen Gefahren für die Artenvielfalt.
Hinzu kommen Probleme bei Personal und Finanzierung. In manchen Gebieten fehlten außerdem Pläne zur Anpassung an den Klimawandel. Der Rechnungshof fordert deshalb konkretere Schutzmaßnahmen und eine engere Zusammenarbeit von EU-Staaten und Kommission. Auch Menschen in den Küstenregionen sollten stärker in Entscheidungen einbezogen werden.