Bekannter Reisevermittler pleite: Das passiert mit gekauften Tickets
Konkurs der Traivelling GmbH (Railbutler): Wie lange der Betrieb noch läuft, was jetzt mit gebuchten Zugtickets passiert und wichtige Infos vom KSV1870.
Über das Vermögen der Wiener Traivelling GmbH, Betreiberin der bekannten Reise- und Buchungsplattform Railbutler, wurde am Handelsgericht Wien das Konkursverfahren eröffnet. Kunden des Unternehmens stehen nun vor großen Unsicherheiten bezüglich gebuchter Fahrkarten und der geplanten Schließung des Dienstes.
Am 23. Oktober 2026 wurde über die Traivelling GmbH mit Sitz in Wien-Margareten (Zentagasse 45/13) offiziell das Konkursverfahren eröffnet. Nach Angaben des KSV1870 betragen die Verbindlichkeiten des Unternehmens rund 435.000 Euro. Von der Insolvenz sind etwa 200 Gläubiger betroffen. Das Start-up bot über Railbutler eine spezialisierte Plattform an, um grenzüberschreitende Zug- und Busreisen mit möglichst geringem Buchungsaufwand zu vermitteln.
Aus den vorliegenden Konkursunterlagen geht hervor, dass die Schuldnerin keine langfristige Unternehmensfortführung oder Sanierung anstrebt. Der Konkurs tritt um Mitternacht rechtlich in Kraft und ist ab dann öffentlich in der Ediktsdatei einsehbar. Über die exakte Dauer des kurzfristigen Rumpfbetriebs entscheidet der bestellte Masseverwalter Mag. Dr. Peter Sommerer. Eine Fortführung ist jedoch – wenn überhaupt – nur für einen sehr kurzen Zeitraum zur Abwicklung gedacht, bevor der Betrieb endgültig geschlossen wird.
Für Kunden, die über Railbutler / Traivelling GmbH bereits Tickets für zukünftige Zug- oder Busreisen erworben haben, gilt es jetzt genau aufzupassen. Welches Schicksal die Buchungen trifft, muss im Detail vom Masseverwalter geprüft werden:
Als Hauptursache der Pleite gilt eine Verzögerung bei der Entwicklung einer eigenen B2B-Softwareschnittstelle, die für langfristige Umsätze im Firmenkundenbereich sorgen sollte. Nach dem Scheitern von Investorengesprächen blieb der Gang zum Handelsgericht unvermeidbar. Der KSV1870 rät betroffenen Kunden und Gläubigern, sich umgehend mit dem Masseverwalter sowie dem KSV1870 in Verbindung zu setzen. Forderungen können bis zum 07. Dezember 2026 angemeldet werden. Die Berichtstagsatzung findet am 22. Dezember 2026 statt.