Cambridge-Analytica-Skandal: Meta zu 25 Mrd. Dollar Strafe verurteilt
Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten ist der Mutterkonzern Meta zu einem Milliardenbußgeld verurteilt worden. Ein Richter im Bundesstaat New Mexico legte die Strafe für Meta am Mittwoch auf 25 Mrd. Dollar (gut 22 Mrd. Euro) fest, wie der Sender CNBC und andere Medien berichteten. Der Konzern will das Urteil den Berichten zufolge anfechten.
Ein Geschworenengericht hatte Meta Ende September schuldig gesprochen, Nutzer über den Schutz ihrer Daten getäuscht zu haben. Die Jury befand das Unternehmen von Mark Zuckerberg für haftbar, weil es irreführende Angaben darüber gemacht hatte, wie persönliche Facebook-Nutzerdaten mit Anwendungen von Drittanbietern geteilt wurden.
Die Affäre um die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica, die mittlerweile nicht mehr existiert, war im März 2018 bekanntgeworden. Medien aus Großbritannien und den USA enthüllten, dass die Firma die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet hatte, ohne deren Zustimmung einzuholen. Die Daten sollen unter anderem von Politikberatern genutzt worden sein, um die Präsidentschaftswahl 2016 in den USA und das Brexit-Referendum im selben Jahr in Großbritannien zu beeinflussen.
Der Cambridge-Analytica-Skandal wird in den USA vor allem mit dem ersten Wahlsieg von Präsident Donald Trump in Verbindung gebracht. Aber auch andere Politiker der Republikanischen Partei sollen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur von den Daten profitiert haben.
Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC warf Facebook nach Bekanntwerden des Skandals vor, gegen Datenschutzregeln verstoßen zu haben, indem es Cambridge Analytica Zugang zu den Nutzerdaten gab. Bereits im Jahr 2019 zahlte der Konzern deshalb eine Geldbuße von fünf Milliarden Dollar (4,45 Mrd. Euro).
In New Mexico soll Meta laut dem Urteil mit irreführenden Aussagen mehr als 43 Mio. Verstöße gegen die Verbraucherschutzgesetze begangen haben. Die Zahl basierte auf der Anzahl der Menschen in New Mexico, die die Zielgruppe jeder irreführenden Aussage waren.
Das Landesgesetz sieht eine Strafe von bis zu 5.000 Dollar (4.450 Euro) pro Verstoß vor und schreibt vor, dass das gesamte Geld dem Schulsystem von New Mexico zufließen soll, erklärte der Generalstaatsanwalt von New Mexico, Raul Torrez, nach dem Urteil gegenüber Reportern.
Eine Anwältin des Bundesstaates hatte bis zu 40 Mrd. Dollar (35,60 Mrd. Euro) Strafe gefordert. Das Gericht müsse mit Meta in der einzigen Sprache sprechen, die der Konzern verstehe, nämlich Geld und dem Wert seines Aktienkurses, hatte sie gesagt. Meta hatte dagegen eine Obergrenze von 3,45 Mrd. Dollar (3,07 Euro) verlangt und argumentiert, eine höhere Strafe berge die Gefahr, Unternehmen aus dem Bundesstaat zu vertreiben.