MedUni Innsbruck mit Kritik an Budgetplan
Die Medizinische Universität (MedUni) Innsbruck hat am Sonntag mit Kritik auf das angekündigte Budget für die Universitäten in Österreich reagiert. Am Samtag hatte die Bundesregierung von ÖVP, SPÖ und Neos den Betrag von rund 16 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Laut MedUni ist das deutlich zu wenig.
Die Verhandlungen innerhalb der Dreierkoalition von ÖVP, SPÖ und Neos im Bund zogen sich über die vergangenen Monate hin. Diese betreffen die Gelder für die mehr als 20 öffentlichen Wissenschaftseinrichtungen in Österreich. Konkret geht es um die Leistungsvereinbarung für die drei Jahre von 2028 bis 2030.
In Tirol sind davon die Universität Innsbruck und die Medizinische Universität Innsbruck betroffen. Für letztere brachten die Verhandlungen vorerst kein zufriedenstellendes Ergebnis, hieß es in einer ersten Reaktion und einer Stellungnahme gegenüber dem ORF Tirol am Sonntag.
Am Samstag hatten ÖVP, SPÖ und Neos bei einer Pressekonferenz in Wien ein Gesamtpaket von rund 16 Milliarden Euro angekündigt. Die Bundesregierung bezeichnete dieses Ergebnis als Erfolg. "Wir sanieren das Budget nicht auf Kosten der Studierenden und der.
Gesundheitsversorgung", lautet es auch in einer Unterlage des Wissenschaftsministeriums.
Es werde keine Veränderungen bei den Studiengebühren geben – weder eine Erhöhung bei den bestehenden noch eine Einführung für alle. Die Studienbeihilfe werde weiter valorisiert. Darüber hinaus sei auch klar, dass die Gehälter für Ärztinnen und Ärzte an medizinischen Universitäten bzw. Fakultäten gesichert werden.
Doch für die MedUni Innsbruck herrscht auch nach dieser Ankündigung noch Unsicherheit über die künftige Finanzierung. In der aktuell noch laufenden Periode der Leistungsvereinbarung für die Jahre 2025 bis 2027 erhielten die Universitäten nach neuen Berechnungen etwa 16 Milliarden Euro.
Das neu angekündigte Paket sieht insofern nominell den gleichen Betrag vor, betonte die Bundesregierung. Andererseits steige man mit der Teuerung aber deutlich schlechter aus, so die Kritik. "Was derzeit auf dem Tisch liegt, wird die Universitätslandschaft in Österreich und die Medizinischen Universitäten nachhaltig schädigen", sagte Gert Mayer, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck.
Die 22 öffentlichen Universitäten in Österreich verwalten sich laut Universitätsgesetz als autonome Rechtspersonen selbst. Der Großteil ihres Budgets stammt aus den dreijährigen Leistungsvereinbarungen mit dem Bund.
Bereits in den vergangenen Monaten warnten die Hochschulen vor drastischen Einsparungen – mehr dazu in Universitäten besorgt über Sparpläne. Alles unter 18 Milliarden Euro wären ein starker Rückschritt und eine enorme Bedrohung für den Wissenschaftsstandort. Jetzt gelte es, die konkreten Auswirkungen der angekündigten 16 Milliarden auf die MedUni zu klären.
Es brauche schnell Planungssicherheit für den Standort, die Beschäftigten und die Studierenden. "Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, unsere Leistungsfähigkeit in Forschung, Lehre und Patientenversorgung zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern", so Mayer in der schriftlichen Stellungnahme. Sofern die Universitätenkonferenz (uniko) weitere Protestmaßnahmen beschließt, werde man diese unterstützen.
Wie viel Geld von den 16 Mrd. Euro auf jede einzelne Universität entfällt, zeigt sich erst in den nächsten Monaten. Im Laufe des nächsten Jahres sind Verhandlungen mit den einzelnen Bildungs- bzw. Forschungseinrichtungen geplant. Laut aktuellem Zeitplan des Wissenschaftsministeriums sollen diese bis Mitte November 2027 abgeschlossen sein.
Die Universität Innsbruck will jedenfalls die nächsten Tage abwarten. Noch sei nicht absehbar, was das Gesamtbudget für die Uni bedeute, teilte ein Sprecher mit. Aus diesem Grund äußere man sich am Sonntag noch nicht zum angekündigten Budgetplan der Bundesregierung.
Das Budget der Uni Innsbruck betrug im Jahr 2025 beispielsweise insgesamt 446,2 Millionen Euro. Davon entfällt der Großteil mit rund 385,5 Mio. Euro (rund 80 Prozent) auf das von der öffentlichen Hand bereitgestellte Geld ("Globalbudget"). Der Rest von 87,7 Mio Euro, (20 Prozent) des Budgets der Uni Innsbruck kommen über Drittmittel zustande. Nächstes Jahr im März tritt dann Gregor Weihs sein Amt als Rektor an. In dieser Funktion muss er das Budget für die nächste Leistungsperiode verhandeln.