ORF.at

Nach Krebsoperation: Papst meldet sich mit Angelus-Gebet zurück

Nach Krebsoperation: Papst meldet sich mit Angelus-Gebet zurück

Nach Krebsoperation: Papst meldet sich mit Angelus-Gebet zurück

Papst Leo XIV. ist bereits einen Tag nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wieder öffentlich aufgetreten. Er sprach am Sonntag in Rom vor Tausenden Gläubigen vom Fenster seines Arbeitszimmers aus das Angelus-Gebet. Der Papst hatte erst Samstagnachmittag die Gemelli-Klinik in Rom, wo ihm ein Tumor aus der Lunge entfernt wurde, verlassen – mit einem vollen Terminkalender. Kürzertreten will er offenbar nur temporär.

Leo XIV. sprach das traditionelle päpstliche Sonntagsgebet wie üblich von dem Fenster im dritten Stock des Apostolischen Palastes auf dem Petersplatz aus. So hatte es der Pressedienst des Vatikan im Vorfeld auch angekündigt. Die behandelnden Ärzte des Papstes in der Gemelli-Klinik hatten keine Einwände. Auf dem Petersplatz hatten sich Tausende Menschen versammelt, teils mit Fahnen, wie im Livestream des Vatikan zu sehen war. Viele filmten mit ihren Handys.

Allerdings wurden vom Vatikan bis Dienstag alle Audienzen abgesagt. Ob der Papst die Generalaudienz am Mittwoch wird halten können, war am Wochenende noch unklar. In einigen Wochen ist eine Reise nach Lateinamerika geplant. Der Chirurg, der ihn operiert hatte, erklärte laut italienischen Medienberichten vom Sonntag, diese sollte für den Papst möglich sein. Leo XIV. will zwischen 6. und 17. November Uruguay, Argentinien und Peru besuchen und rund 30 Ansprachen halten. Für die Reise sind zwölf Flüge geplant.

"Ich würde sagen, dass es keine medizinischen Gründe gibt, warum diese Reise nicht stattfinden sollte", wurde der Lungenfacharzt Stefano Margaritora, der die Operation vorgenommen hatte, am Sonntag laut Kathpress vom Onlineportal Vatican News zitiert. Der Papst sei in einem guten klinischen Zustand. Bis zur vollständigen körperlichen Genesung seien voraussichtlich noch rund zehn Tage nötig.

Bei dem Eingriff sei der untere Lungenlappen der rechten Lunge entfernt worden, in dem ein bösartiger Tumor entdeckt worden war. Die Operation sei ohne Komplikationen verlaufen und ein Routineeingriff gewesen, sagte Margaritora, der die Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Gemelli in Rom leitet.

Zum Zeitpunkt seiner Entlassung aus dem Krankenhaus habe sich der Papst "in einem absolut zufriedenstellenden klinischen Zustand" befunden, so verlaufe etwa die Wiederausdehnung der Lunge nach der Operation "im normalen Zeitrahmen". Der Tumor sei zufällig, "wie es leider häufig vorkommt", bei Untersuchungen des Bauchraums entdeckt worden. Leo XIV. habe zuvor keine Atemwegsbeschwerden gehabt.

Bei der Operation an sich habe es sich um einen Routineeingriff "ohne jegliche Komplikationen" gehandelt, so der Chirurg. Allerdings: Einen Papst zu operieren, sei ein Erlebnis, "das ich gar nicht in Worte fassen kann". Leo XIV. sei während seines Krankenhausaufenthalts ein "idealer Patient" gewesen, so Margaritora. Der Papst habe die Anweisungen des Behandlungsteams befolgt und aktiv an seiner Rehabilitation mitgewirkt, "wie es die motiviertesten Menschen nach solchen Operationen tun".

Üblicherweise benötigten Patienten nach vergleichbaren Eingriffen etwa zwei Wochen für eine vollständige körperliche Genesung. "Da nun bereits fast eine Woche vergangen ist, glaube ich alles in allem, dass der Papst in etwa zehn weiteren Tagen wieder vollständig genesen sein wird." Laut dem Chirurgen gibt es daher für die Südamerikareise in drei Wochen "keine medizinischen Gründe, warum diese Reise nicht stattfinden sollte".

ORF.at

+ weitere Artikel anzeigen