Wien und NÖ fordern Abschaffung der Flugabgabe
Der Flughafen Wien-Schwechat hat im ersten Halbjahr einen Passagierschwund verzeichnet. Flughafen-Vorstand Günther Ofner verwies zuletzt auf hohe Standortkosten und forderte die Flugabgabe zu streichen. Dieser Forderung folgten nun auch Niederösterreich und Wien.
Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Wiens Landeshauptmann Michael Ludwig (SPÖ) sprachen sich am Sonntag für eine Abschaffung der Ticketabgabe aus, wie auch die "Kronen Zeitung" (Printausgabe) berichtete.
Die Ticketabgabe macht 12 Euro je Ticket aus, bei Kurzstrecken bis 350 Kilometer sind 30 Euro je Ticket fällig. Gerade für Billig-Airlines wie Wizz Air und Ryanair ist das nur 55 Kilometer entfernte Bratislava eine Alternative. Wizz Air hat sich bereits vom Flughafen Wien verabschiedet, Ryanair verlegte bereits mehrere Maschinen in die Slowakei. Denn dort sind die Kosten um ein Drittel billiger.
"Wien lebt von seiner internationalen Erreichbarkeit", wird Ludwig zitiert. Gute Flugverbindungen seien für Arbeitsplätze, Tourismus und Wirtschaft wichtig. Daher sei es "legitim und vernünftig, die Flugabgabe zu überdenken".
Für Mikl-Leitner sei die Flugabgabe "ein Schildbürgerstreich", wie es in einem schriftlichen Statement gegenüber noe.ORF.at heißt. "Sie gefährdet Arbeitsplätze, schadet unserem Wirtschaftsstandort und belastet die Reisenden." Auch dem Klima sei damit nicht geholfen, "wenn die Menschen statt von Wien von Bratislava abfliegen, wo diese Steuer längst abgeschafft wurde". Die Bundesregierung müsse einlenken, so Mikl-Leitner abschließend.
Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) hatte im Doppelbudget 2027/28 der Luftfahrt 30 Mio. Euro pro Jahr an Krisenhilfe zugesagt. Damit könne man jedoch den Passagierschwund nicht abfedern, hieß es dazu vom Flughafen Wien. Für die beiden Landeshauptleute geht es nicht nur um die gute internationale Anbindung: Wien und Niederösterreich sind jeweils mit 20 Prozent am Flughafen Wien beteiligt.
Der Flughafen Wien-Schwechat verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang der Passagierzahlen um 3,2 Prozent auf 14,3 Millionen Personen verzeichnet. Flughafen-Vorstand Günther Ofner verwies vor kurzem in der ZiB2 auf hohe Standortkosten und forderte die Flugabgabe zu streichen – mehr dazu in Flughafen-Wien-Vorstand fordert Aus für Flugabgabe (noe.ORF.at; 10.10.2026).