Hochhaus und Dachpark für Erdberg geplant
Der Bereich beim Noch-Busbahnhof Erdberg wird neu gestaltet. Die Stadtentwicklungskommission beschloss am Dienstag das städtebauliche Leitbild, wie Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) heute mitteilte. Geplant sind unter anderem ein neues Hochhaus und ein Dachpark.
Der Busbahnhof Erdberg soll 2029 durch einen neuen, zentralen Fernbusterminal beim Handelskai ersetzt werden. Dadurch wird das Areal unter der Tangente frei für eine neue Nutzung. Neu gestaltet werden soll außerdem der Bereich bei der bestehenden Park-and-ride-Anlage an der Tangente. Es geht also insgesamt um das Gebiet zwischen Erdbergstraße, Franzosengraben, Baumgasse und Nottendorfer Gasse.
Das nun beschlossene Leitbild sieht folgendes vor: Die Park-and-Ride-Anlage Erdberg soll durch ein Hochhaus ergänzt werden, errichtet von der Bauträgerin ARWAG. Teil des Hochhausprojekts ist auch ein öffentlich zugänglicher Dachpark mit einer Fläche von 5.000 Quadratmetern. Nächstes Jahr ist ein Architekturwettbewerb geplant, danach soll das Widmungsverfahren starten.
Für das Areal des aktuellen Busbahnhofs unter der Tangente sind mehrere Funktionen vorgesehen: Möglich sein sollen Sport- und Spielangebote, Gastronomie und konsumfreie Zonen. Außerdem soll es dort "hochwertige Wegeverbindungen" geben. Die Flächen direkt an der Erdbergstraße sollen attraktiver gestaltet werden, um neue Freiräume zu schaffen.
"Dieses Leitbild ist nun die Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte, die – wie in diesen Prozessen üblich – etliche Jahre in Anspruch nehmen werden", heißt es in der Aussendung am Sonntag. Die Fachplanerinnen und -planer hätten seit Sommer des Vorjahres geprüft, was grundsätzlich machbar sei. Auch mit der ASFINAG, der die Fläche des Busbahnhofs gehört, und mit der Hochhaus-Bauträgerin ARWAG habe man sich schon abgestimmt.
Eingeflossen seien in das Leitbild auch die Ergebnisse einer Online-Umfrage im Herbst des Vorjahres, an der sich knapp 800 Leute beteiligt hätten, vor allem Anrainerinnen und Anrainer sowie in dem Gebiet arbeitende Menschen. Als Wünsche seien dort genannt worden: Mehr Grünraum, ein erhöhtes Sicherheitsgefühl, mehr Aufenthaltsqualität und Dienstleistungsangebote. Mehr als 80 Prozent würden demnach gerne ihre Pausen im Freien verbringen.
Es gebe in dem Bereich tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit anderen Nutzungsgewohnheiten als in klassischen Wohngegenden, betonte Planungsstadträtin Sima. "Der Wunsch nach Grünraum und attraktiven Aufenthaltsflächen ist groß. Daher haben wir wesentliche Grundlagen im Leitbild verankert wie neue Frei- und Grünräume, öffentliche Durchwegung und einen öffentlich zugänglichen Dachpark in einer Größe von 25 Tennisfeldern", wird Sima zitiert.
Im November soll das städtebauliche Leitbild Interessierten im Detail vorgestellt werden. Am 4. November ist dazu eine Online-Veranstaltung geplant, am 9. November gibt es eine Informationsausstellung im Wiener-Linien-Gebäude in der Erdbergstraße.
Ideen für eine Nachnutzung des Areals des Busbahnhofs Erdberg präsentierte unlängst auch die ÖVP Wien. Die Partei ließ vom Architekturbüro HMA ein Konzept ausarbeiten. Entstehen könnte demnach ein Ort für Sport, Grün und Kultur, der durch die Lage unter der A23 witterungsgeschützt ist. Das Areal hat eine Größe von 17.000 Quadratmetern, von denen fast drei Viertel überdacht sind. Ein Teil könnte entsiegelt und begrünt werden. Beim Rest sieht der Plan etwa Sitzgelegenheiten vor.