D: Friedenspreis für Völkerrechtsanwalt Sands
Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse ist der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands heute mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden. Er ist Professor in London und arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, wo er sich unter anderem dafür einsetzt, Umweltzerstörung als internationalen Straftatbestand zu etablieren.
Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Gewürdigt werden damit Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Einer der bekanntesten Preisträger der vergangenen Jahre war der Autor Salman Rushdie. Der Börsenverein vergibt den Preis seit 1950.
In seiner Dankesrede warf Sands Deutschland "unanständiges Schweigen" im Umgang mit Israel vor. Völkerrechtsverletzungen müssten klar benannt werden – gerade unter Freunden. "Es ist nicht antisemitisch. Es ist nicht Antiisrael. Es ist die Wahrheit", sagte der Nachfahre von Holocaust-Überlebenden. Die "Debattenbeschränkung" in Deutschland sei "beunruhigend".