Indien: Gründer der "Kakerlaken"-Bewegung freigelassen
Der Gründer der "Kakerlaken"-Protestbewegung (CJP) in Indien ist einen Tag nach seiner Festnahme im Vorfeld von Massenprotesten in Neu-Delhi wieder freigelassen worden. Seine Anwältin Ratna Singh teilte heute in Onlinediensten mit, dass ein Gericht Abhijeet Dipke und seine beiden ebenfalls festgenommenen Mitstreiter auf freien Fuß gesetzt habe. Sie seien unter der Auflage freigekommen, dass sie "ein Jahr lang nicht die öffentliche Ordnung stören".
Die drei Anführer der vor allem von jungen Menschen unterstützten "Kakerlaken"-Bewegung waren gestern direkt nach der Landung in Neu-Delhi noch im Flugzeug festgenommen worden.
Die Bewegung hatte zu Massenprotesten aufgerufen, um den Rücktritt des Leiters der staatlichen Wahlkommission zu erreichen. Die indischen Behörden gingen mit einem starken Polizeiaufgebot gegen die Protestierenden vor, um eine Massenkundgebung zu verhindern. Nach Angaben der CJP wurden Tausende Menschen festgenommen.
Der seit Wochen anhaltende Protest richtet sich gegen die umstrittene Überprüfung der Wählerverzeichnisse durch die Wahlkommission. Dabei geht es laut Wahlkommission darum, doppelte Einträge und die Namen nicht wahlberechtigter Menschen zu entfernen.
Oppositionsparteien und Kritiker beklagen dagegen, der Schritt könne Millionen von Menschen ihres Wahlrechts berauben, was der Regierungspartei von Premierminister Narendra Modi zugutekäme.
Medienberichten zufolge sind bei der Überprüfung der Wählerverzeichnisse bereits mehr als 133 Millionen Namen von den Listen gestrichen worden, zumeist Angehörige von Minderheiten und insbesondere Muslime. Indien ist mit 1,4 Milliarden Einwohnern die größte Demokratie der Welt.