Arielle schwimmt und singt in Baden
Am Freitagabend ist die deutschsprachige Erstaufführung des Disney-Musicals "Arielle, die Meerjungfrau" im Stadttheater Baden über die Bühne gegangen. Andreas Gergen inszenierte eine prächtige, familientaugliche Produktion, resümiert APA-Kulturjournalist Ewald Baringer.
Der mythologische Stoff geht unter anderem auf Hans Christian Andersen zurück, bei dem es allerdings kein Happy End gibt. Als Statue im Hafen von Kopenhagen ist die kleine Meerjungfrau immerhin eine dänische Ikone. 1989 setzte der Disney-Konzern die Geschichte für den Film um, 2008 kam die Musical-Fassung am Broadway heraus und lief 685 Vorstellungen lang.
Nun setzte der künstlerische Leiter Andreas Gergen Meerjungfrauen, Muränen und Meerhexen in Baden in Szene. Nina Schneider erstellte die deutsche Fassung, mit zusätzlichen Songtexten von Frank Lenart.
Die Hauptrolle ist laut APA-Journalist Baringer mit Anna Rosa Döller ideal besetzt. Sie spielt die jüngste Tochter des Meereskönigs Triton (Andreas Lichtenberger). Als sie Prinz Erik (Timotheus Hollweg) vor dem Ertrinken rettet, wächst in ihr der Wunsch, selbst ein Mensch zu werden.
Die Meerhexe Ursula (Maya Hakvoort als Ungeheuer kaum wiederzuerkennen) bietet ihr einen gefährlichen Handel: Arielle muss ihre Stimme opfern. Begleitet von ihren Freunden, der Krabbe Sebastian (Ramesh Nair laut Baringer "eine Klasse für sich") und dem Fisch Fabius (der erst zehnjährige Thamos Hollweg), erlebt Arielle ein Abenteuer nach dem anderen.
Das laut Baringer ebenso opulente wie effektvolle Bühnenbild stammt von Momme Hinrichs, samt wabernden Wellen aus Stofftüchern. Die ansehnlichen Kostüme steuerte Aleksandra Kica bei. Für die anspruchsvollen Choreografien zeichnet Francesc Abós verantwortlich, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Victor Petrov, der das Orchester der Bühne Baden bestens durch die Klippen der Partitur führt.
Apropos Musik (von Alan Menken) und Liedtexte (von Howard Ashman und Glenn Slater): Songs wie "Unten im Meer" und "Ein Mensch zu sein" mögen die Disney-Ära geprägt haben, die angesetzte Patina ist allerdings unüberhörbar. Das tat dem Erfolg des Abends aber keinen Abbruch. Er endete mit frenetischem Jubel.