BWB fordert gesetzliche Änderungen bei der Fernwärme
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) drängt nach Vorlage ihres Abschlussberichts zur Fernwärme auf gesetzliche Änderungen. So gibt es für Fernwärme weder einen Regulator noch eine Schlichtungsstelle.
BWB-Chefin Natalie Harsdorf forderte heute mehr Wettbewerb bei den Messdienstleistern, mehr Transparenz bei der Preisbildung, und mehr Rechte für die Wärmeabnehmer und -abnehmerinnen. Anzeichen für einen Missbrauch der Monopolstellung fand die BWB nicht.
Laut BWB betrugen die Durchschnittserlöse bis 2021 ungefähr 7 bis 9 Cent pro Kilowattstunde (kWh). In den Jahren 2022 und 2023 sei es dann zu einem Anstieg der Erlöse um 4 bis 5 Cent pro kWh gekommen, allerdings seien, so die Kartellbehörde, auch die Kosten im Schnitt um 4 bis 5 Cent gestiegen.
Haupttreiber waren demnach die Brennstoffe. Erdgas war 2024 mit 44 Prozent die wichtigste Wärmequelle, gefolgt von Biomasse mit 29 Prozent, Abwärme mit 14 Prozent und Müllverbrennung mit 11 Prozent.
"Das Fernwärmenetz ist ein natürliches Monopol, das bedeutet aber nicht, dass nicht andere Elemente dem Wettbewerb ausgesetzt werden sollten", sagte Harsdorf.
Sie drängt darauf, dass Fernwärmeanbieter und Hausverwaltungen die Dienstleistungen für das Erfassen, Ablesen und Abrechnen des Energieverbrauchs regelmäßig ausschreiben und so für mehr Wettbewerb unter den Messtechnikanbietern sorgen, andernfalls brauche es hier eine Form der Regulierung.
Ein Missstand sind laut BWB auch die komplexen und mehrstufigen Vertragsstrukturen zwischen Fernwärmeanbietern, Hausverwaltungen und Dienstleistern. "Die BWB hat zwei Jahre gebraucht, da durchzusteigen" – für Konsumentinnen und Konsumenten sei es schlicht unmöglich, so Harsdorf.