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Tirol steckt Millionen in alte Schutzbauten

Tirol steckt Millionen in alte Schutzbauten

Tirol steckt Millionen in alte Schutzbauten

Rund die Hälfte der Investitionen der Wildbach- und Lawinenverbauung fließt mittlerweile in die Erhaltung bestehender Schutzbauten. Viele der rund 45.000 Anlagen sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden. In der Wildschönau wird aktuell ein Millionen-Projekt zum Schutz vor Muren und Hochwasser umgesetzt.

27 Millionen Euro hat die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) in Tirol im vergangenen Jahr in die Sanierung und Instandsetzung bestehender Schutzbauten investiert. Das entspricht fast der Hälfte der gesamten Investitionen. Die Bedeutung der Erhaltung dürfte in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

Ein Beispiel dafür ist der Holzergraben in Auffach in der Wildschönau. Der Wildbach hat eine lange Schadensgeschichte: Die Aufzeichnungen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, 1893 kamen zwei Menschen ums Leben. In der Folge wurden zahlreiche Schutzbauten errichtet.

Eine davon ist eine 1966 errichtete Geschieberückhaltesperre. Sie wurde durch die Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte stark beansprucht und wird nun erneuert. Seit 2025 laufen die Arbeiten an dem insgesamt rund 4,9 Millionen Euro teuren Projekt.

Derzeit wird eine neue große Geschieberückhaltesperre gebaut. Zusätzlich entstehen sieben Konsolidierungssperren zur Stabilisierung des Bachbetts. Bestehende Sperren werden saniert und Uferbereiche gesichert, damit möglichst wenig zusätzliches Material mitgerissen wird.

Im Mittellauf des Holzergrabens werden außerdem 33 doppelwandige Holzsperren saniert oder neu errichtet. Die Arbeiten sind wegen des teilweise steilen Geländes aufwendig. Die Fertigstellung inklusive Nacharbeiten ist bis 2031 vorgesehen. Finanziert wird das Projekt von Bund, Land, der Landesstraßenverwaltung sowie den Gemeinden Wildschönau und Kundl.

Laut WLV stammen zahlreiche Schutzbauten in Tirol aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Viele erreichen damit ein Alter, in dem Sanierungen notwendig werden. Die Gemeinden sind grundsätzlich für die Erhaltung zuständig, die WLV unterstützt bei der Bewertung des Zustands sowie bei Planung und Umsetzung.

"Naturgefahren waren in Tirol seit jeher ein ständiger Begleiter. Das Gefahrenbild und das Gefahrenpotenzial verändern sich aufgrund des Klimawandels. Es gilt, das hohe Schutzniveau an die aktuellen Anforderungen anzupassen", betonte LH-Stv Josef Geisler (ÖVP) in einer Aussendung. In Tirol gibt es rund 45.000 Schutzbauten. Die WLV betreut 2.320 Wildbach- und 2.694 Lawineneinzugsgebiete. Insgesamt umfasst ihr Zuständigkeitsbereich rund 91 Prozent der Landesfläche.

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