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Sechs Jahre Volksschule: Viele Fragen offen

Sechs Jahre Volksschule: Viele Fragen offen

Sechs Jahre Volksschule: Viele Fragen offen

Bis zum Alter von zwölf Jahren in der Volksschule, dann fällt die Entscheidung für Mittelschule oder AHS-Unterstufe – so lautet der Plan des Bildungsministers. Für Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) fehlen aber noch die Antworten auf viele entscheidende Fragen.

Erst vor einer Woche hatte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) seinen Plan für eine sechsjährige Volksschule vorgestellt. Es gab bereits viele Anfragen von Lehrstätten, die gerne Modellschule sein möchten – auch aus Vorarlberg wurde Interesse bekundet, sagte der Minister am Rande der Landesbildungsreferentenkonferenz in Feldkirch auf Nachfrage des ORF Vorarlberg.

Der Plan sieht vor, dem bereits bekannten Lehrplan der Volksschule für die ersten vier Jahre zu folgen. In der fünften und sechsten Schulstufe würde dann nach Curriculum der Mittelschule und AHS-Unterstufe unterrichtet. Erst danach sollen sich die Kinder für eine Schule entscheiden.

"In Österreich wird sehr früh getrennt – schon mit zehn Jahren in Richtung Gymnasium oder Mittelschule – in einem Alter, in dem sich bei den Kindern unglaublich viel tut", so Wiederkehr gegenüber dem ORF Vorarlberg. Das führe zu einer Drucksituation bei Kindern, Eltern und Pädagogen. Mit sechs Jahren Volksschule wolle man das verschieben.

Das Konzept wurde erst vor wenigen Tagen präsentiert, eine offizielle Ausschreibung für den Schulversuch soll bald folgen. Geplant sind fünf Schulen in drei Bundesländern, diese werden dann auch wissenschaftlich begleitet. Der Pilotversuch soll bereits im Schuljahr 2027/28 starten.

Für Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) sind aber noch viele Fragen zu klären. "Es ist ein Versuch, das sagt der Minister selbst. Das ist mir ein bisschen zu wenig." Zuerst müsse geklärt werden, wie es weitergeht. Dazu gehöre auch die Klärung, welcher Lehrplan herangezogen wird und welche Lehrerinnen und Lehrer unterrichten können.

Ein wichtiger Punkt seien gerade in Vorarlberg auch die räumlichen Möglichkeiten. "Es gibt in fast jeder Gemeinde eine Volksschule, aber keine Mittelschule. Hier verschieben sich die Schülerströme und damit ändert sich auch das Platzangebot."

Und man müsse auch klären, was nach der sechsten Schulstufe passiert. "Müssen die Gymnasien Plätze freihalten für Kinder, die vielleicht kommen?" Schöbi-Fink sagte gegenüber dem ORF Vorarlberg, dass sie nicht grundsätzlich gegen den Vorschlag sei, aber: "ich werde das nicht forcieren, solange die Fragen nicht geklärt sind."

In Vorarlberg wird seit Jahren auch das Thema "Gemeinsame Schule" diskutiert. Kinder zwischen 10 und 14 Jahren sollen zusammen unterrichtet werden, die Aufteilung zwischen Mittelschule und Gymnasium würde wegfallen. Lange wurde Vorarlberg als Modellregion betitelt, umgesetzt wurde das Projekt jedoch nie wirklich.

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