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Uni Wien erneut unter Top 100 der besten Unis

Uni Wien erneut unter Top 100 der besten Unis

Uni Wien erneut unter Top 100 der besten Unis

Wie im Vorjahr erreicht die Uni Wien im Universitätsranking von Times Higher Education erneut Rang 95. Damit zählt die größte heimische Uni wieder zu den hundert besten Universitäten der Welt. Der Konkurrenzdruck wächst allerdings .

Die Universität Wien war erstmals im Vorjahr in die Top 100 des "Times Higher Education World University Rankings" aufgenommen worden. "Dieser erneute Erfolg ist das Resultat einer langjährigen, strategischen Ausrichtung und ein starkes Signal für den gesamten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort in Österreich", freut sich Uni-Wien-Rektor Sebastian Schütze – und warnt gleichzeitig: "Was lange und erfolgreich aufgebaut wurde, kann durch Budgetkürzungen rasch wieder unerreichbar werden." Die Rangliste wird seit 2004 jährlich vom britischen Verlags- und Beratungsunternehmen Times Higher Education (THE) herausgegeben.

Auch andere österreichische Universitäten konnten ihre Ergebnisse halten oder sogar etwas verbessern. Die Medizinische Universität Wien stieg um einen Rang auf Platz 180 auf. Die Medizinische Universität Graz kommt in der heuer erstmals detailliert ausgeschilderten Aufschlüsselung auf Rang 221 (zuletzt Teil der Gruppe 201–250), die Medizinische Universität Innsbruck belegt Rang 239 (zuletzt ebenfalls Teil der Gruppe 201–250), die Central European University Platz 269 (zuletzt im Bereich 251–300).

"Das ist alles in allem eine stabile Position für Österreich, ganz im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern", sagt Phil Baty, Entwickler des Rankings und Leiter der Abteilung für globale Angelegenheiten bei Times Higher Education zu ORF Wissen. Universitäten in Frankreich, Deutschland und Großbritannien hätten zuletzt vordere Ränge eingebüßt, so der Datenanalyst: "Der Druck nimmt zu."

Denn vor allem ostasiatische Universitäten drängen zunehmend auf Topplatzierungen. Erstmals in der Geschichte der Auflistung finden sich drei ostasiatische Universitäten unter den Top 15. Die chinesische Tsinghua Universität Peking verbesserte sich auf Platz elf (zuletzt Platz zwölf), die Universität Peking belegt Platz 13 (unverändert), die Universität Singapur Platz 15 (zuvor Platz 17).

Gleichzeitig rutscht die ETH Zürich als beste kontinentaleuropäische Universität auf Platz zwölf (zuvor Platz elf) ab. Erstmals liegt damit eine chinesische vor allen kontinentaleuropäischen Universitäten in dem Ranking.

Doch asiatische Universitäten holen nicht nur auf den Topplätzen sondern auch in den hinteren Reihen auf. Waren im Vorjahr noch 90 europäische Universitäten in den Top 200 vertreten, so sind es heuer nur noch 85. Gleichzeitig stiegen fünf neue asiatische Universitäten in die Top 200 ein.

"Wir sind an einem Kipppunkt", sagt Baty, "das Kräfteverhältnis verschiebt sich nach Osten." Es werde nicht mehr lange dauern, bis es eine ostasiatische Universität auch in die Top Ten schaffe, so der Ranking-Entwickler. Noch aber sind die absoluten Spitzenplätze fest in der Hand der traditionellen Elite-Universitäten. Platz eins geht erneut an die Universität Oxford.

Als Grund für die Verbesserungen chinesischer Universitäten nennt Baty die gezielte Förderung von wissenschaftlicher Exzellenz in China in den vergangenen 30 Jahren. Universitäten und Forschungseinrichtungen seien als zentraler Bestandteil des Wirtschaftswachstums definiert worden und hätten deshalb großzügige Gelder erhalten. Das schlage sich nun im Ranking auf Kosten europäischer Platzierungen nieder.

Phil Baty, Entwickler und Initiator des Times Higher Education World University Rankings, Gespräch mit ORF Wissen.

Denn Geld sei die wichtigste Voraussetzung, um in dem Ranking reüssieren zu können, erklärt Baty: "Man braucht Ressourcen um Superstar-Forscherinnen und -Forschern gute Gehälter zahlen zu können."

Zu den wichtigsten Beurteilungskriterien für die Qualität der Universitäten zählen die Zitationsrate, das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden, der internationale Ruf und die Forschungsqualität. Nicht beachtet dagegen wird, ob und wie viel Studierende für ihre Ausbildung bezahlen. "Das behandeln wir völlig agnostisch", sagt Baty auf Nachfrage und verweist auf einige Positivbeispiele öffentlicher Universitäten, die trotz freiem Hochschulzugang gute Plätze belegen, etwa die ETH Zürich. Das Gros der Topplätze allerdings geht an Bildungs- und Forschungseinrichtungen mit hohen Kosten für Studierende.

Um im Times-Higher-Education-Ranking gelistet zu werden, müssen die Unis selbstständig Daten an das Unternehmen übermitteln. Die Teilnahme selbst ist kostenlos. Allerdings erstellt das Medienhaus nicht nur die Rankings, es bietet anhand der generierten Daten auch optionale, kostenpflichtige Beratungsleistungen an, damit Universitäten sich verbessern können. Eine zwölfmonatiges "Insight-Abo" wird etwa zum Nettopreis von 27.500 Pfund (ca 32.000 Euro) vergeben, wie aus einem Angebot, das ORF Wissen vorliegt, hervorgeht.

Einen Interessenskonflikt sieht Baty in dem Geschäftsmodell nicht. "Wir sind voll und ganz davon überzeugt, dass diese Daten in Erkenntnisse umgewandelt werden sollten", erwidert er. Es gäbe eine "anständige Brandmauer zwischen dem Methodologie- und Datenteam und den kommerziellen Aktivitäten", sagt er. Die Methodologie sei transparent und werde in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsgemeinschaft regelmäßig à jour gebracht. Zahlende Universitäten würden gegenüber nicht zahlenden Universitäten nicht bevorzugt.

Auch das österreichische Wissenschaftsministerium ließ sich 2024 von Times Higher Education beraten. Das Unternehmen analysierte die Positionen von sechs österreichischen Universitäten im internationalen Vergleich für das Ministerium. Gegenüber ORF Wissen erklärt das Ministerium: Times Higher Education habe dem Wissenschaftsstandort hervorragende Leistungen in Lehre und Forschung bescheinigt, allerdings Verbesserungspotential bei internationaler Reputation und Wahrnehmung ermittelt. Die Gesamtkosten der Beratungsleistung beliefen sich auf 234.000 Euro.

Zwar nennt das Wissenschaftsministerium das Universitäts-Ranking "einen Vergleichsmaßstab unter mehreren", doch dem Times-Higher-Education-Liste wird seitens der Politik dennoch ein hoher Stellenwert eingeräumt. So hat die Bundesregierung sich etwa in ihrer Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie offiziell dazu bekannt, bis 2030 zwei heimische Universitäten unter die Top 100 zu bringen.

"Rankingdaten helfen uns, Entwicklungen einzuordnen; sie ersetzen nicht die gemeinsame Arbeit mit den Universitäten an der Qualität und Attraktivität des Wissenschaftsstandorts", erklärt das Wissenschaftsministerium gegenüber ORF Wissen. In Zukunft will man vor allem bei der internationalen Sichtbarkeit die heimischen Unis nach vorne bringen.

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