Umstrittene FPÖ-Diskussion im Rathaus
Die FPÖ lädt zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Der Preis des Klimakommunismus – Wer zahlt die Zeche?" ins Wiener Rathaus ein. Am Podium ist auch der umstrittene Heartland-Chef James Taylor. Von SPÖ und Grünen kommt Kritik an der Veranstaltung.
Laut einem Bericht des Online-Standard zeichnen die Freiheitliche Akademie Wien, das Freiheitliche Bildungsinstitut und der Rathausklub für die Veranstaltung am 6. Oktober verantwortlich. Mit Taylor diskutieren demnach der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp, Gerald Zmuegg, Finanzsprecher der Freiheitlichen Wirtschaft Wien, sowie der Unternehmer und Politblogger Gerald Markel. Eröffnet wird der Abend vom Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) distanzierte sich am Dienstag via X von der Veranstaltung: "Als Bürgermeister der Stadt Wien möchte ich unmissverständlich festhalten: Die Stadt Wien bekennt sich zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über den menschengemachten Klimawandel und zu einer verantwortungsvollen Klimapolitik."
Positionen, die Klimaschutz pauschal als "Klimakommunismus" diffamieren, lehne er "ausdrücklich" ab. Das Rathaus sei aber ein "Haus der Demokratie" und dazu gehöre, dass den im Gemeinderat vertretenen Fraktionen Räumlichkeiten des Rathauses für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Kritik kam auch von den Wiener Grünen. "Mit der Einladung des Heartland-Präsidenten holt die FPÖ eine der bekanntesten Organisationen der Klimawandelleugnung ins Wiener Rathaus", monierte Parteivorsitzender Peter Kraus. Das sei in einer Zeit, in der die Bevölkerung mit den Folgen von Hitze und Dürre konfrontiert ist, "eine Verhöhnung". Kraus forderte Ludwig "als Hausherrn" auf, zu prüfen, "ob für solche Feinde der Wissenschaft überhaupt Platz im Haus ist".