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Kollegienkirche: Frischekur für die Barockfassade

Kollegienkirche: Frischekur für die Barockfassade

Kollegienkirche: Frischekur für die Barockfassade

45 Meter hoch, 150 Tonnen schwer und mehr als 4.000 Quadratmeter groß: Das Gerüst an der Kollegienkirche prägt derzeit das Bild der Salzburger Altstadt. Auf einer der aktuell größten Baustellen im Weltkulturerbe wird die Fassade des Barockjuwels generalsaniert – damit sie auch in den kommenden Jahrzehnten erhalten bleibt.

Die Universitäts- oder Kollegienkirche gilt neben dem Salzburger Dom als eine der bedeutendsten Barockkirchen der Stadt. Doch Regen, Wind und Temperaturschwankungen haben den Steinfiguren und dem Verputz des mehr als 300 Jahre alten Baudenkmals in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark zugesetzt.

Bernhard Paradeiser, technischer Leiter der Bundesimmobiliengesellschaft Salzburg (BIG), verweist auf die besondere Belastung der Fassade: "Gerade hier im oberen Bereich der Kirche ist sie natürlich besonders Wind und Wetter ausgesetzt." Anders als viele andere Kirchen habe die Kollegienkirche eine Putzfassade. "Wärme, Kälte, Wind und Wetter" führten zu Rissen, durch die Wasser eindringen könne. Deshalb müsse die Fassade besonders intensiv begutachtet und gewartet werden.

Die letzte Generalsanierung der Kollegienkirche – innen und außen – liegt erst rund 20 Jahre zurück. Die barocke Formenvielfalt der Fassade brauche jedoch laufende Pflege, sagt Steinrestaurator Luis Kaipf. Unter dem Verputz befinde sich das für die Region typische Konglomeratgestein. Schon in der Barockzeit sei dieses verputzt und glatt gestaltet worden: "Und genau diese Optik stellen wir wieder her."

Mitten im Weltkulturerbezentrum Salzburgs müssen sämtliche Arbeiten eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Besonders anspruchsvoll sind die Voluten, also die geschwungenen Zierelemente an den Türmen. Eva Hody vom Bundesdenkmalamt erklärt, dass dafür eine nachhaltige Lösung gegen eindringendes Regenwasser gesucht worden sei: Die Voluten werden verblecht. Nach dem Abbau des Gerüsts könnten sie bei Bedarf noch vom Seil aus farblich exakt an die Fassade angepasst werden. "Sodass das Erscheinungsbild von der Ferne auf jeden Fall wieder dem von vorher entspricht."

Auch die steinernen Figuren der vier Kirchenväter, die vier Apostel und die goldumkränzte Marienstatue werden restauriert. Geländer und Steinverzierungen werden mit farblich genau abgestimmtem Gesteinsmehl ausgebessert. Ein Facelifting erhält zudem die historische Turmuhr samt Ziffernblatt.

Für Christian Wallisch-Breitsching, Leiter der Universitätsseelsorge, erzählt die Uhr auch vom veränderten Umgang mit Zeit: Früher sei es vor allem wichtig gewesen, die Stunde zu kennen. Deshalb zeige der große Zeiger die Stunden, der kleine die Minuten an. Die Uhr könne daran erinnern, "einmal ruhig [zu] werden, sich nicht hetzen [zu] lassen, sondern heraufzuschauen auf die Uhr und zu sagen: Mir schlägt die Stunde."

Gut eine Million Euro investiert die Bundesimmobiliengesellschaft BIG in die Renovierung des Barockjuwels. Ende November soll die Kollegienkirche vom Gerüst befreit, dann auch außen wieder in altem neuen Glanz erstrahlen.

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