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Formel 1: Russell meldet sich im WM-Duell zurück

Formel 1: Russell meldet sich im WM-Duell zurück

Formel 1: Russell meldet sich im WM-Duell zurück

Nach etlichen Rückschlägen hat sich George Russell im WM-Duell der Formel 1 gegen seinen Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit einem Start-Ziel-Sieg am Samstag in Aserbaidschan, seinem ersten in der Motorsportkönigsklasse, verkürzte der Brite den Rückstand in der Gesamtwertung auf seinen italienischen Rivalen auf 66 Punkte. Sein Vorhaben für den Rest der Saison? "Jedes Rennen gewinnen. Das ist der Plan", kündigte Russell in Baku an.

Mit einem Lächeln und neu gewonnenem Selbstvertrauen winkte Russell erstmals seit Ende Juni in Spielberg wieder vom obersten Podest, die Interviews nach seinem dritten Saisonsieg gab der 28-Jährige sichtlich erleichtert. "Es fühlt sich großartig an. Es war eines der besten Wochenenden meiner Karriere", sagte er nach seinem Grand Slam (Poleposition, Start-Ziel-Sieg, schnellste Rennrunde).

Wie es in der WM weitergeht, liege aber auch in den Händen von Antonelli. "Ich kann natürlich um Siege kämpfen. Aber er kann es sich leisten, immer Zweiter zu werden und trotzdem die WM zu holen", rechnete Russell vor.

Er habe seinen Fahrstil nun besser an das neue Auto angepasst und dabei hart mit seinen Ingenieuren zusammengearbeitet. "Ich gewinne an Selbstvertrauen", sagte Russell. Vor zwei Wochen in Madrid hatte der Mercedes-Pilot seine Ambitionen auf den WM-Gewinn noch begraben, in Baku schöpfte er wieder Hoffnung.

Die vergangenen Wochen seien eine "wirklich harte Zeit" für ihn gewesen, blickte Russell auf mehrere Enttäuschungen zurück. Darunter das Rennwochenende in Monza, als Antonelli von Startplatz 19 zum Sieg raste und Russell noch überflügelte. "Aber ich habe das Gefühl, dass ich sie überwunden habe", sagte er nun.

Acht Rennwochenenden bleiben Russell, um den Turnaround noch zu schaffen. Ein neuntes könnte dazukommen, sollte die Formel 1 noch einen Ersatz für das wegen des Iran-Krieges abgesagte Rennen in Saudi-Arabien finden. Dass sowohl der Fahrer- als auch der Konstrukteurstitel an die Silberpfeile gehen wird, daran besteht kaum Zweifel. Ferrari-Pilot Lewis Hamilton, in Baku Sechster, liegt als WM-Dritter bereits 103 Zähler hinter Antonelli.

Antonelli habe jedenfalls eine bisher "unglaubliche Saison" hingelegt, zollte Russell seinem Stallrivalen Respekt. "Er war die ganze Zeit über nahezu fehlerfrei. Aber jetzt kommt die ‚crunch time'. Ich habe deutlich weniger Druck als er."

In Baku hatte sich der 20-jährige WM-Spitzenreiter im Qualifying einen Fehler geleistet, als er die Mauer touchierte. Vom 16. Startplatz fuhr er noch auf den fünften Rang. "Insgesamt muss ich zufrieden sein", sagte Antonelli. Bradley Lord, der den aus privaten Gründen abwesenden Mercedes-Teamchef Toto Wolff vertrat, war ebenfalls glücklich. "Das ist für ihn Schadensbegrenzung vom Feinsten."

Zufrieden durfte auch Red Bull Racing sein. Max Verstappen stürmte vom achten Startplatz auf Rang zwei und ließ Russell auf den letzten Metern noch zittern. Nur 0,196 Sekunden fehlten dem vierfachen Weltmeister auf den ersten Saisonsieg des Austrorennstalls. "Das Auto hat sich das ganze Wochenende gut angefühlt", sagte der Niederländer nach seinem siebenten Podestplatz der Saison und dem dritten in Folge.

Teamkollege Isack Hadjar kehrte nach einer sechswöchigen Zwangspause wegen einer Handgelenksverletzung mit einem Podestplatz zurück. "Es hat sich wie eine ganze Winterpause angefühlt. Und das willst du während der Saison nicht haben", sagte der Franzose und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Hoffentlich setze ich mein Gehirn das nächste Mal ein bisschen mehr ein, wenn ich Boxen gehe."

Laurent Mekies war jedenfalls zufrieden über das doppelte Podest seiner Schützlinge. "Max ist seit Freitag geflogen", sagte der Red-Bull-Teamchef, im Qualifying habe er Pech mit einem schwächeren Motor gehabt. Hadjar sei "herausragend" gefahren, lobte Mekies seinen französischen Landsmann. "Es ist ein deutliches Zeichen für den Fortschritt, den wir gemacht haben."

Am kommenden Wochenende kehrt die Formel 1 nach Malaysia zurück, wo der wegen des Nahost-Konfliktes ursprünglich abgesagte Große Preis von Bahrain nachgeholt wird. Mercedes bringt ein Upgrade nach Sepang mit, was der Konkurrenz das Leben zusätzlich erschweren könnte. "Dann wird es ein bisschen anders für uns aussehen", meinte Verstappen.

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