Mariazell: Wochenend-Ärztemangel droht
In Mariazell droht eine Lücke in der Gesundheitsversorgung am Wochenende, da das Ärztezentrum ab November am Samstag und Sonntag nicht mehr besetzt ist. Grund sind finanzielle Nachforderungen an die Ärzte. Der Bürgermeister fordert dringende Lösungen, um die medizinische Versorgung sicherzustellen.
Mit der Schließung des Spitals in der Region begann eine Reihe von Problemen, die die Gesundheitsversorgung in Mariazell gefährden. Die nächsten Krankenhäuser in Lilienfeld und Bruck an der Mur sind 50 bzw. mehr als eine Stunde entfernt.
Die Ärzte des Zentrums sehen sich mit einer Nachforderung von über 300.000 Euro konfrontiert, da die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und das Finanzamt die Vertretungsärzte als Angestellte und nicht als Selbstständige einstufen. Diese finanzielle Belastung führt dazu, dass das Ärztezentrum am Wochenende nicht mehr besetzt sein wird.
Besonders kritisch wird es, wenn mehrere Notfälle gleichzeitig auftreten. Der Notarzt ist mit der langen Anfahrt gebunden, was im Ernstfall zu gefährlichen Verzögerungen führen kann.
Fabian Fluch, der Mariazeller Bürgermeister, betont die Dringlichkeit: "Ein Herzinfarkt ist innerhalb von ein paar Minuten zu behandeln. Wenn der nächste Notarzt erst in anderthalb Stunden verfügbar ist, sind die Folgen untragbar."
Gerade am Wochenende, wenn sich bis zu 850.000 Besucherinnen und Besucher jährlich zur Wallfahrt oder als Tagesgäste in der Region aufhalten, sind die medizinischen Dienste besonders gefordert.
Auch Veranstaltungen wie der Mariazeller Advent erfordern zusätzliche medizinische Betreuung. "Ich habe große Bedenken, weil am Wochenende viele Menschen in der Region sind und Unfälle passieren können", so Fluch.
Der Bürgermeister fordert eine politische Lösung, um eine kontinuierliche ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Das Büro des Gesundheitslandesrates ist bereits in Gesprächen mit der ÖGK und dem Gesundheitsfonds, um eine Lösung zu finden. Die Ärzte des Mariazeller Gesundheitszentrums verfolgen parallel rechtliche Schritte und wollen die Nachzahlungen einklagen, um die Anerkennung der Vertretungsdienste als selbstständige Arbeit durchzusetzen.