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Moskau: Letzter Wahltag beginnt mit Drohnenalarm

Moskau: Letzter Wahltag beginnt mit Drohnenalarm

Moskau: Letzter Wahltag beginnt mit Drohnenalarm

Russische Behördenvertreter haben am Sonntag in der Früh einen großangelegten Drohnenangriff aus der Ukraine gemeldet. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von einem "beispiellosen Angriff" mit 1.600 Drohnen, wobei allein 450 auf Moskau zusteuernde Drohnen abgefangen worden seien. In Russland geht am Sonntagabend die dreitägige, im Zeichen des Ukraine-Krieges stehende Parlamentswahl zu Ende.

"Der beispiellose Angriff wurde ganz offensichtlich mit dem Ziel geplant, die Wahl zu stören", erklärte Sobjanin in der Früh samt der Anmerkung, dass das "nicht gelungen" sei. In der Hauptstadt habe es keine Opfer gegeben, wie Sobjanin via Telegram mitteilte.

Nach Angaben des Gouverneurs der Hauptstadtregion, Andrej Worobjow, wurden im Umland mindestens zwei Menschen getötet. Zudem meldete er Schäden an Wohnhäusern. Im Bezirk Ramenskoje mussten Worobjows Angaben zufolge rund 400 Menschen aus einem 21-stöckigen Hochhaus in Sicherheit gebracht werden. Augenzeugen berichteten laut Reuters zudem von Explosionen und Rauchwolken über einer Raffinerie.

In Russland und den von dem Land besetzten Gebieten in der Ukraine sind mehr als 110 Millionen Menschen seit Freitag zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Die Abstimmung über die 450 Sitze in der Staatsduma wird bis Sonntagabend in elf Zeitzonen abgehalten. Es ist die erste Parlamentswahl seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022.

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte die Russen aufgefordert, mit ihrer Stimmabgabe einen Beitrag zum Sieg des Landes im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu leisten. Kritiker bezeichneten den Urnengang bereits im Vorfeld als ein Referendum über die Fortsetzung der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Invasion. Laut Wahlleitung lag die Beteiligung an den ersten beiden Wahltagen bei mehr als 40 Prozent.

Die seit mehr als 20 Jahren regierende Kreml-Partei Geeintes Russland erwartet nach dem Ausschluss der Antikriegspartei Jabloko trotz einer umfassenden Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit der Menschen eine Zweidrittelmehrheit. Für die Partei kandidieren Dutzende Kriegsveteranen.

Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als dem Kreml nahe – und als Unterstützerinnen des von Putin befohlenen Krieges. Die zunächst zugelassene Oppositionspartei Jabloko wurde im August von der Wahl ausgeschlossen. Neben der Parlamentswahl finden auch Regional- und Kommunalwahlen statt. Erste Ergebnisse werden nach Schließung der Wahllokale (20.00 Uhr MESZ) erwartet.

Gegen den Protest der Ukraine wird die Wahl erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Zum wiederholten Mal bei einer Wahl dabei ist die schon 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

Anhaltende Angriffe gab es während der russischen Parlamentswahl indes auch auf die Ukraine. In der Region Kiew wurden nach Behördenangaben vom Sonntag mindestens vier Menschen getötet, darunter drei Kinder. Eine Mutter und ihre beiden drei Jahre alten Kinder kamen nach Angaben des Rettungsdienstes ums Leben, als eine russische Drohne ein Wohnhaus traf. Ein weiteres Mädchen starb nach Angaben vom Gouverneur der Region, Tymur Tkatschenko, im Krankenhaus nach einem weiteren Drohnenangriff.

Insgesamt seien bei den mehr als 24 Stunden andauernden Angriffen 31 Orte in fünf Bezirken beschädigt worden, erklärte Tkatschenko weiter. Am stärksten betroffen sei der südwestliche Bezirk Fastiw gewesen.

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