AK fordert Entlastung bei Heizölkosten
Die Arbeiterkammer (AK) Tirol warnt vor massiv steigenden Heizölkosten für Haushalte in Tirol. Laut einer Nachfrage bei Heizölanbietern koste eine Tankfüllung inzwischen mehrere tausend Euro, viele könnten die Rechnung kaum noch bezahlen. Die AK fordert deshalb rasche Entlastungsmaßnahmen sowie eine Überprüfung der CO2-Bepreisung.
Die steigenden Heizölpreise setzen viele Haushalte laut AK Tirol unter Druck. Wie eine Nachfrage bei Heizölanbietern ergeben habe, würden sich die Marktpreise bereits in Richtung zwei Euro pro Liter bewegen. Im Juni seien noch 131 Euro pro 100 Liter Heizöl zu bezahlen gewesen, Mitte September seien es bereits 190 Euro gewesen. Für einen Haushalt mit einem 3.000-Liter-Tank bedeute das Kosten von rund 5.700 Euro.
Nach Angaben der AK Tirol liegt das Preisniveau für Heizöl derzeit um 19 Prozent über jenem des Vormonats. Im Jahresvergleich sei Heizöl laut fastenergy.at um 71 Prozent teurer geworden. Besonders betroffen seien Familien, Pensionistinnen und Pensionisten sowie Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen.
"Wenn eine einzige Tankfüllung mehrere tausend Euro kostet, ist eine Grenze erreicht, wo viele, noch dazu angesichts der hohen Lebenshaltungskosten, nicht mehr mitkönnen", sagte AK-Tirol-Präsident Erwin Zangerl. Wohnen und Heizen seien Grundbedürfnisse, viele Menschen könnten ihren Energieverbrauch nicht beliebig reduzieren oder ihre Heizungsanlage tauschen.
Aus Sicht der Arbeiterkammer brauche es kurzfristige Entlastungen ebenso wie mehr Transparenz bei der Preisbildung. Bereits im Frühjahr habe die AK verlangt, die CO2-Belastung auf fossile Energieträger grundlegend zu überdenken.
"Die CO2-Steuer bringt im ganzen EU-Raum weit weniger, als angepriesen und ist Ausdruck einer kurzsichtigen Klimapolitik", kritisierte Zangerl. Die Abgabe verteuere die Kosten für Haushalte und belaste Menschen ohne realistische Alternativen ebenso wie Unternehmen und den Standort. Seit dem Wegfall zielgerichteter Unterstützungen wie des "Klimabonus" sei die Regelung zudem sozial ungerecht.
Laut AK Tirol betragen die spezifischen Verbrauchsteuern und Abgaben auf einen Liter Heizöl extraleicht im Jahr 2026 insgesamt 9,8 Cent Mineralölsteuer sowie rund 14,9 Cent nationale CO2-Bepreisung netto bei 55 Euro pro Tonne CO2. "Vor allem in den Bereich der CO2-Steuer muss jetzt Bewegung kommen, ansonsten können Betroffene nur mehr hoffen, dass ein äußerst milder Winter kommt", sagte Zangerl.
Kritik übte die AK Tirol auch an hohen Raffineriemargen und Gewinnen der Raffinerien. Die Arbeiterkammer fordert Instrumente zur Begrenzung außergewöhnlicher Preisaufschläge auch bei Heizöl. Übergewinne sollten zur Senkung der Heizkosten zweckgewidmet werden.
Zudem müssten sinkende internationale Beschaffungskosten rasch und nachvollziehbar bei den Konsumentinnen und Konsumenten ankommen. "Außergewöhnliche Margen dürfen nicht dazu führen, dass Entlastungen am Weltmarkt auf dem Weg zu den Haushalten verloren gehen", erklärte Zangerl.
Solange die Preise auf einem außergewöhnlich hohen Niveau lägen, brauche es außerdem gezielte Unterstützungen für einkommensschwache Haushalte. Diese Hilfen sollten laut AK Tirol unbürokratisch ausgestaltet sein.
"Es braucht deshalb eine Kombination aus kurzfristiger Entlastung und konsequenter Kontrolle des Marktes", sagte Zangerl. Steuern und Abgaben müssten in Hochpreisphasen sozial zweckgebunden werden, Preisaufschläge transparent sein und ungerechtfertigte Margen abgestellt werden.
Das Land Tirol verwies gleichzeitig auf den weiterhin bestehenden Heizkostenzuschuss. Für die Periode 2026/27 können Anträge noch bis 31. Oktober eingebracht werden. Im Vorjahr hatte das Land 9.300 Anträge bewilligt und rund 2,3 Millionen Euro ausbezahlt.
Einkommensschwächere Haushalte erhalten dabei 250 Euro. Zuletzt wurden die Einkommensgrenzen erhöht, sodass mehr Menschen vom Zuschuss profitieren sollen – mehr dazu in Neuerungen bei Heizkostenzuschuss.