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AK kritisiert Trinkgeldvorgaben in Gastro

AK kritisiert Trinkgeldvorgaben in Gastro

AK kritisiert Trinkgeldvorgaben in Gastro

In Restaurants, Cafes oder Bars wird immer öfter mit Karte bezahlt. Die Gastronomen reagieren darauf: Die Lesegeräte zum Zahlen zeigen immer öfter Vorgaben für das Trinkgeld an. Das kritisiert jetzt die Wiener Arbeiterkammer.

Die voreingestellten Werte für das Trinkgeld an den Lesegeräten reichen mitunter von zehn über 15 bis teils sogar 30 Prozent. Kritik daran kommt von Gabriele Zgubic, Konsumentenschützerin der Wiener Arbeiterkammer, im Ö1-Magazin "Help". "Trinkgeld ist eine freiwillige Leistung. Da möchte man auch nicht gedrängt werden, durch voreingestellte Summen oder dass man gar keine Möglichkeit hat, das Trinkgeld nicht zu geben. Das macht natürlich psychologisch Druck."

Die Gäste würden dann mitunter mehr Trinkgeld geben, als sie ursprünglich geplant haben, befürchtet Zgubic. Besonders ärgerlich sei es, wenn die Trinkgeldvorgaben groß, farbig hinterlegt und bildschirmfüllend angezeigt werden, die Option "Kein Trinkgeld" hingegen nur klein und unauffällig positioniert ist. "Es hat eine Gerichtsentscheidung in Deutschland gegeben. Da hat die Verbraucherzentrale geklagt, weil eben die Option kaum sichtbar war. Das nennt man manipulatives Design."

Thomas Peschta, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wiener Wirtschaftskammer, weist die Kritik zurück. "Es ist natürlich eine Funktion, die auch der Bequemlichkeit der Gäste geschuldet ist, die auch das Bezahlen mit Karte oder das mobile Zahlen immer häufiger nutzen". Dass Gäste unter Stress gesetzt würden, Trinkgeld zu geben, kann Peschta nicht nachvollziehen. Ihm sei kein Fall bekannt, wo das passiert sei.

Bei Kartenzahlung würde laut Peschta zudem nur halb so viel Trinkgeld gegeben wie bei der Barzahlung. "In einem Land, in dem die Trinkgeldkultur auch hochgehalten wird und ein Zeichen der Wertschöpfung darstellt, ist das natürlich vor allem für das Personal ein Problem", sagte der Kammerobmann. Er könne die Kritik der Arbeiterkammer daher nicht nachvollziehen, gehe es doch zu Lasten der Angestellten in der Gastronomie.

Zgubic sieht das anders. "Grundsätzlich sollten die Löhne so gestaltet sein, dass man auf Trinkgeld nicht angewiesen ist. Ich finde, jeder, der Vollzeit arbeitet, sollte von dem Lohn gut leben können. Das ist leider nicht überall der Fall. Aber es kann nicht sein, dass man als Gast gezwungen ist, einen Beitrag zu leisten für faire Löhne."

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