Mehr Bürokratie bei Suspendierungen
Seit diesem Schuljahr gelten für Suspendierungen neue bundesweite Regeln. Während das in Salzburg schon seit Jahren geregelt ist, war die Suspendierungszeit in anderen Bundesländern de facto völlige Freizeit. Eine bundesweite Suspendierungsbegleitung für diese Zeit soll Abhilfe schaffen – Lehrergewerkschafter in Salzburg befürchten einen bürokratischen Mehraufwand.
In den neuen Regeln geht es darum wie frei Schüler und Schülerinnen während einer Suspendierung über ihre Zeit verfügen können. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Bundesland Salzburg 133 Suspendierungen ausgesprochen, im Ernstfall können es bis zu vier Wochen sein.
Ab sofort gibt es während dieser Zeit bundesweit verpflichtenden Unterricht und soziale Maßnahmen. Auch die Eltern sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Das sei grundsätzlich positiv, sagt der Salzburger Lehrergewerkschafter Anton Polivka: "In dieser Zeit der Suspendierung muss was passieren. Das kann keine Freizeit sein für das Kind."
Zu einer Suspendierung kommt es etwa nach körperlichen Angriffen, einer ernsthaften Bedrohung und/oder massiven Einschüchterungen, beharrliche Belästigung oder Herabwürdigung, sowie einer vorsätzlichen Zerstörung von Eigentum.
Polivka sieht darin aber auch einen bürokratischen Mehraufwand: "Das heißt, es wird Aktenschränke brauchen für die Dokumentation: diese verpflichtenden Gespräche dort und da und deren Dokumentation. Das wird enorm aufwendig. Ich befürchte eher, dass die Zahlen dadurch zurückgehen, dass sich die Schulen sagen, dass sie sich das nie wieder antun diesen Verwaltungsaufwand."
Gewalt und grobe Pflichtverletzungen dürften in den Salzburger Schulen keinen Platz haben, betonte der Salzburger Bildungsdirektor Rudolf Mair.