Nach Vormarsch im Jemen: Huthis verstärken Angriffe auf Saudi-Arabien
Die Huthi-Rebellen verstärken nach ihrer Offensive im Jemen nun offensichtlich ihre Angriffe auf Saudi-Arabien. Die mit dem Iran verbündete Miliz teilte am Sonntag mit, einen Armeestützpunkt im Nachbarland beschossen zu haben, Saudi-Arabien meldete Verletzte. Nachdem die Huthis mittlerweile auch strategisch wichtige Punkte im Roten Meer kontrollieren, nimmt der Druck auf den globalen Erdölmarkt deutlich zu.
Die schiitische Miliz hatte zuletzt innerhalb weniger Tage die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Angriffe in den Regionen Riad und Medina ließen Saudi-Arabien zudem am Samstag eine wichtige Erdölpipeline stilllegen.
Zuvor hatten die Huthis am Donnerstag die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka im Jemen eingenommen und am Freitag die Insel Perim an der Mündung des Roten Meeres. Die Insel teilt die Meerenge Bab al-Mandab, die Passage zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden bzw. dem Indischen Ozean.
Am Sonntag teilte Huthi-Sprecher Jahja Saree auf der Plattform X mit, die Miliz habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen. Der Angriff auf den Stützpunkt Scharurah habe "Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren" gegolten.
Riad berichtete außerdem von Verletzten und Schäden an einer Moschee nach einem Angriff im Süden des Landes. Die jemenitischen Regierungstruppen meldeten ihrerseits Angriffe auf Huthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Rund 1.400 Menschen flohen vor den Kämpfen in das benachbarte Dschibuti.
Die Huthis kontrollieren bereits weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither saudi-arabische Tankschiffe im Roten Meer sowie Erdölanlagen in dem Königreich angegriffen.
Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung in ihrem Kampf gegen die Huthis. Der Golfstaat reagierte seinerseits mit zahlreichen Luftangriffen, wobei nach Huthi-Angaben zuletzt der Flughafen von Mokka getroffen wurde.
Die jemenitischen Regierungstruppen teilten am Samstag mit, sie hätten Huthi-Kämpfer in Mokka angegriffen und später weitere Stellungen der paramilitärischen Gruppe im Südwesten des Landes. Die Luftstreitkräfte hätten "Stellungen und Kasernen der terroristischen Huthi-Gruppierung" beschossen, hieß es. Laut einer Erklärung am Sonntag auf X erfolgten diese Angriffe in der Provinz Tais.
Die staatliche Nachrichtenagentur Saba meldete, es seien Fahrzeuge und Waffen zerstört und Huthi-Kämpfer nahe Mokka getötet worden. Die Huthis teilten ihrerseits mit, dass "saudische feindliche Flugzeuge" in den vergangenen 48 Stunden 129 Luftangriffe auf von ihnen kontrollierte Gebiete geflogen hätten.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, dass die Huthis die USA gebeten hätten, sich aus ihren Kämpfen gegen die Regierungstruppen im Jemen herauszuhalten. "Die Huthis haben uns angerufen, und sie wollen nicht gegen uns kämpfen", sagte Trump bei einem Besuch in Irland am Samstag.
"Sie wollen nicht, dass wir sie verfolgen." In der Region werde "alles gut und schön laufen", fügte er hinzu. Trump erklärte zudem, er habe mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, den er als "Freund" bezeichnete.
Das US-Nachrichtenportal Axios hatte berichtet, Salman habe angesichts des schnellen Vormarschs der Huthis in Mokka Trump am Donnerstag zweimal angerufen und um militärische Unterstützung gebeten. Die USA hätten die Bitte jedoch abgelehnt. Die US-Regierung werde Saudi-Arabien weiterhin nachrichtendienstliche Informationen liefern, zitierte das Medienportal einen Regierungsvertreter. Ein direktes militärisches Eingreifen werde zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht in Betracht gezogen.
Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte ab 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 kamen die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen. Nach den Gefechten in der jüngsten Zeit ist diese Feuerpause praktisch hinfällig.