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Erster Härtetest: Apples neuer Chef startet mit Falt-iPhone

Erster Härtetest: Apples neuer Chef startet mit Falt-iPhone

Erster Härtetest: Apples neuer Chef startet mit Falt-iPhone

Nach seinem Amtsantritt am 1. September hat John Ternus am Mittwoch erstmals als neuer Apple-Chef auf der großen Bühne vorgezeichnet, wohin unter seiner Führung die Reise des billionenschweren US-Konzerns geht. In den Fokus der diesjährigen September-Keynote stellte Ternus das iPhone Duo, mit dem Apple nun den Einstieg in den Markt für faltbare Smartphones wagt. Beobachter sprechen vom ersten großen Härtetest für Tim Cooks Nachfolger – einher gehe damit die Frage, inwieweit der erfolgsverwöhnte Konzern weiter überraschen kann.

Beim iPhone und damit seiner Cashcow versucht Apple das nun mit der größten Veränderung und Funktion seit Jahren. Im zusammengeklappten Zustand hat das iPhone Duo etwa die Abmessungen eines Reisepasses – im aufgeklappten Zustand verfügt das neue iPhone dann über einen einzigen, durchgehenden 7,6-Zoll-Bildschirm. Es ist Apples bisher dünnstes, mit einem Preis ab 2.299 Euro aber auch das bisher teuerste iPhone-Modell, wie Beobachter nach der Produktvorstellung hervorhoben.

Apple steigt mit seinem neuen iPhone in einen Nischenmarkt ein, der zwar noch klein, aber wachsend ist. Auch Ternus verwies auf bereits auf den Markt gebrachte faltbare Smartphones. Die meisten wirkten allerdings wie "zwei Handys, die ungeschickt aneinandergeklebt wurden".

Hinter dem späten Markteintritt stünden somit auch von der Konkurrenz bekannte, laut Apple nun offenbar ausgeräumte Probleme. So soll etwa die die auffällige Falte in der Mitte des aufgeklappten Displays deutlich weniger zu sehen sein als bei Geräten der Konkurrenz.

"Abwarten, bis die Kinderkrankheiten des Produkts behoben sind und der Markt erste Anzeichen für die Rentabilität zeigt, und dann in die Kategorie einsteigen und sie prägen", so zitierte laut AP ein Beobachter das dazu passende "Apple-Rezept", dem der US-Konzern nun auch bei der Markteinführung des iPhone Duo folge.

Ternus hatte den Chefposten bei Apple vor rund einer Woche von dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Tim Cook übernommen. Der 51-jährige Ingenieur Ternus ist seit 25 Jahren bei Apple tätig und leitete zuletzt den Bereich Hardwareentwicklung. Der 65-jährige Cook bleibt Apple als Verwaltungsratsvorsitzender erhalten.

Faltbare Smartphones sind bisher nach wie vor eine Nischenkategorie – obwohl unter anderem Samsung, Huawei und Google mit seinen Pixel-Telefonen solche Geräte seit Jahren anbieten. Auf die Kategorie entfallen nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC nur gut zwei Prozent des weltweiten Smartphone-Absatzes.

IDC prognostiziert, dass Apple trotz des späten Starts binnen zwölf Monaten die Führung in dem Marktsegment übernehmen wird. 2027 werde Apple bei faltbaren Smartphones 31 Prozent des Marktes nach Stückzahlen und 44 Prozent beim Umsatz halten, sagt IDC voraus.

Aktuell sei das Huawei. Vom chinesischen Konzern kommt demzufolge etwa jedes zweite verkaufte Auffalt-Smartphone – obwohl Huawei wegen US-Sanktionen keine Google-Dienste oder mit amerikanischer Beteiligung entwickelte Chips in seinen Geräten verwenden kann und damit weitgehend aus westlichen Märkten herausgedrängt wurde.

International war zuletzt vor allem Samsung die treibende Kraft bei faltbaren Telefonen. Der südkoreanische Konzern versuchte im Sommer, dem Apple-Einstieg mit einem Gerät in einem ähnlichen Format zuvorzukommen, dem Galaxy Z Fold8 zu einem Preis ab 1.999 Euro in Europa. Zuvor setzte der jahrelang schärfste Apple-Rivale auf schmalere Modelle, die sich zu einem quadratischen Display auffalten.

Wenige Tage vor der Vorstellung des Apple-Falt-iPhones präsentierten Xiaomi und Huawei mit dem 18 Fold und dem Mate XT 2 ihre neue Flaggschiffe für dieses Marktsegmet. Die Preise für die neuen Geräte beginnen für ein Smartphone von Xiaomi bei umgerechnet 1.325 beziehungsweise von Huawei bei 2.564 Euro. Beide Unternehmen betonten bei der Produktvorstellung den hohen Kostendruck durch die in den vergangenen Monaten rasant gestiegenen Preise für Speicherchips.

Mit hochpreisigen Falthandys wollen Smartphone-Anbieter ihre Gewinnmargen verbessern. Bisher dominiert Samsung mit Modellen wie dem Galaxy Z Fold8 und dem Z Flip8 diesen kleinen, aber wachstumsstarken Markt. In China erreicht Huawei den Experten des Branchendienstes Smart Analytics Global zufolge in dieser Produktkategorie jedoch einen Marktanteil von 68 Prozent.

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