Monitoring der steirischen Seen wird intensiviert
Invasive Wasserbewohner wie die Quagga-Muschel sind in Österreich auf dem Vormarsch. Die steirischen Seen sind bisher verschont, aber mit den steigenden Temperaturen könnte sich das ändern. Deshalb wird nun das Monitoring durch die Gewässeraufsicht verstärkt.
Quagga- oder Zebramuscheln, Körbchenmuscheln und Schlickkrebse: In den vergangenen Jahren haben sich in den heimischen Gewässern viele Arten ausgebreitet, die dem Ökosystem und der Infrastruktur Schaden zufügen.
Eine besonders unangenehmer Dauergast ist die Quagga-Muschel. In Seen in Vorarlberg, Oberösterreich, Salzburg und Kärnten sowie in der Alten Donau vermehrt sie sich rasant. Es ist wohl nur mehr eine Frage der Zeit oder der Temperaturen, bis auch die steirischen Seen an der Reihe sind.
Die Quagga-Muschel vermehrt sich das ganze Jahr über, solange das Wasser nicht kälter als fünf Grad Celsius wird. Sie ist drei bis fünf Zentimeter groß, dreieckig und hat scharfe Kanten, mit denen sich Badegäste leicht die Füße aufritzen können.
Für den heimischen Fischbestand sei sie eine Bedrohung, sagte Thomas Battisti von der Gewässeraufsicht des Landes Steiermark: "Sie filtern das Wasser. Das hat zum Effekt, dass die Seen zum einen glasklar werden. Das Problem dabei ist, dass sie jegliches Plankton wegfiltrieren und dabei die Nahrungsgrundlage für Fische entziehen." Zudem verstopfen die Quagga-Muscheln Rohre von Betrieben, die Seewasser nutzen. Die Quagga-Muschel hat auch natürliche Feinde – zum einen Wasservögel, zum anderen auch bestimmte Fische, wie die Rotfeder.
Die großen steirischen Seen sind im Gegensatz etwa zum Bodensee oder den Kärntner Seen bisher verschont geblieben. Warum, erklärte Battisti: "Unsere Seen sind eher im Norden der Alpen gelegen, das heißt, weder für Bade- noch für Schiffverkehr groß attraktiv."
Trotzdem soll das Monitoring der sieben natürlichen Seen in der Steiermark nun verstärkt werden, weil die Sommer eben wärmer geworden sind. Noch im Herbst sollen am Erlaufsee, Altauseersee und Grundlsee Wasserproben entnommen werden, an den restlichen Seen in Frühjahr.
"Wir wissen, dass die Körbchenmuschel beispielsweise und die Wandermuschel, die Zebramuschel schon in gewissen Badeteichen angekommen ist, wie etwa dem Schwarzlsee", so Battisti.
Und von dort können die invasiven Muscheln weiter verbreitet werden, etwa durch nicht vollständig getrockneten Badesachen und Sportgeräte. Deshalb rät Battisti, "jegliches Strandgut, Spielsachen, Schlauchboote, Luftmatratzen, Stand Up Paddles, Badegewand, wirklich zu trocknen".