Aus Acker wird Moorlandschaft
Wie aus einem Acker langsam wieder ein Moor werden kann, zeigt ein Langzeitforschungsprojekt am Metschacher Moos. Die Flächen wurden lange Zeit stark entwässert und landwirtschaftlich intensiv genutzt, bevor sie vom Land 1990 gepachtet und außer Nutzung gestellt wurden.
Das Ziel des Projekts ist es, die Flächen wieder in ein Moorgebiet zurückzuführen und neue Erkenntnisse über Artenvielfalt, Klimaveränderungen und Bodennutzung abzuleiten. Seit 2023 nutzt die Fachhochschule Kärnten die Flächen als einzigartiges Freiluftlabor für Forschung und Lehre.
Inmitten landwirtschaftlicher Acker- und Grünlandflächen wächst langsam wieder eine natürliche Feuchtwiese heran. Doch dafür ist menschliche Unterstützung nötig. So müssen die Flächen gemäht werden, um die Wiesenlandschaft von invasiven und gebietsfremden Pflanzen zu befreien und die Artenvielfalt zu fördern. Es sind notwendige Pflegemaßnahmen für eine erfolgreiche Renaturierung.
Michael Jungmeier von Naturschutz und Nachhaltigkeit an der FH Kärnten: "Die Nordfläche ist gemäht, auf der Südfläche wird geweidet, da haben wir eine gute Zusammenarbeit mit einem Bauern aus der Nachbarschaft, der das Flächenmanagement übernimmt. Zusätzlich kann man für gewisse Lebewesen und Organismengruppen Mikrohabitate, Nisthilfen und Ähnliches einrichten."
30 Jahre reichen die Naturbeobachtungen hier schon zurück. Eine umfassende Datenreihe, die 2023 mit dem Ende der Pacht des Landes beinahe verloren ging. Eine Privatstiftung kaufte die Flächen und stellte sie der FH Kärnten dauerhaft als Outdoor-Labor zur Verfügung. Seitdem wird das Metschacher Moos mit Bodensensoren und Wasserpegelmessgeräten auf die Klimaveränderungen hin überwacht.
Jungmeier sagte, es gebe ein Sensornetzwerk, mit dem man die Bodenfeuchte und Bodentemperatur überwachen könne. "Es gibt Vegetationsuntersuchungsflächen, 30 an der Zahl, wo wir seit 35 Jahren die Entwicklung beobachten. In den nächsten Wochen wird eine Klimastation eingerichtet, wo man die längerfristige Entwicklung beobachten kann. Wir haben Geräte eingebaut, wo wir die Bewegung des Grundwasserpegels beobachten können."
Mit Wildkameras und Akustiksensoren wird die Tierwelt im Auge behalten. Ilja Svetnik ist Biodiversitätsforscher an der FH Kärnten: "Wir haben hier einen Wildkorridor, hier kommt ein Haufen Wildtiere durch. Die Fläche bietet auch bodenbrütenden Vögeln wie dem Wachtelkönig einen Rückzugsort. Auch Störche sind bei der Mahd aufgetaucht. Der Biber kommt im Winter." Man sei noch dabei, zu dokumentieren, wie viele Wirbeltiere und Insekten auf dieser Fläche seien und welche Ansprüche sie haben.
Im Herbst soll am Metschacher Moos noch ein mobiles Forschungslabor samt Drohnenstartplatz installiert werden. Auch neue Monitoring-Techniken und Sensoren etwa für Boden- und Kohlenstoffmessungen sollen dann dort getestet werden.