Wasserversorgung aus der eigenen Zisterne
Bei der Wasserversorgung hat es in diesem Sommer auch in Vorarlberg bereits lokale Engpässe gegeben. Zudem sind die Preise für Gas und Strom gestiegen. Ein Dornbirner Ehepaar lebt mittlerweile weitgehend energieautark – mit einem Solardach, Holz zum Wärmen aus dem eigenen Wald und einer Zisterne für einen Großteil des Wasserbedarfs.
Das Dach der Familie Nenning ist mit Photovoltaikmodulen vollgepflastert, diese liefern den Großteil ihres Strombedarfs. Aber Elektrotechniker Reinhard Nenning wollte es nicht dabei belassen. "Der Mensch hat noch nie ohne Wasser existieren können", sagt er. Und so sei es in Sommern wie diesem gut, wenn man sich selbst versorgen könne und für WC-Spülung oder Garten-Bewässerung nicht das Wasser aus dem öffentlichen Netz nehmen müsse, "das vielleicht ein Landwirt für seinen Acker dringender braucht".
Vor drei Jahren baute Reinhard Nenning also eine Regenwasser-Zisterne ein. Seither hat die Familie daraus 360.000 Liter Wasser für den Haushalt verwendet, ohne Trinkwasser zu verschwenden. Mit der Zisterne werden beide Toiletten im Haus und die Waschmaschine versorgt. Die Wäsche wird sauber, betont Nenning, auch die weiße. Und für die Waschmaschine sei das "weiche" Regenwasser gut, weil dadurch nicht so schnell Verkalkungen entstünden. Damit "lebt die Maschine länger", sagt der Hausherr.
Die Regenwasser-Zisterne ist also alltagstauglich, vor allem auch, weil sie sauberes Wasser liefert. "Mir ist wichtig, dass es im Klo keinen braunen Rand gibt – und das klappt", sagt Ulrike Nenning. Auch im Garten gibt es einen Anschluss an die Zisterne, so können die Pflanzen bewässert werden.
Um die Zisterne optimal nutzen zu können, hat Techniker Stefan Lutz ein Überwachungssystem mit Steuerung entwickelt. "Die Steuerung kann hauptsächlich den Pegel messen, der in der Zisterne gerade vorhanden ist." Und sollte die Zisterne einmal zu wenig Wasser haben – was in drei Jahren erst einmal vorgekommen ist –, kann über die Steuerung automatisch nachgefüllt werden, dann allerdings mit Trinkwasser. "Das wird aber nur bis zu einem kleinen Bereich passieren, damit der Betrieb sichergestellt ist", erklärt Lutz.
Wer sich ebenfalls selbst mit Regenwasser versorgen möchte, sollte übrigens zuerst Kontakt mit dem Wasserwerk aufnehmen, so die Empfehlung.
Es regnet immer seltener und dann intensiver. Genau dann muss das Wasser gesammelt werden. In kürzester Zeit ist eine leere Zisterne wieder voll. Bei einem ordentlichen Regen könnten in zwei Stunden rund 6.000 Liter Wasser in die Zisterne gelangen – so wie Anfang der Woche, sagt Reinhard Nenning. Das reicht dann wieder für vier Wochen.
Um nicht länger von teurer Energie abhängig zu sein, kommt bei den Nennings auch der Strom vom Dach, und zwar die meiste Zeit des Jahres. "Mit der Photovoltaikanlage erreichen wir eigentlich, dass wir uns von März bis in den Spätoktober selber versorgen können – mit Elektroauto, Wärmepumpe und für den ganzen Haushalt, was wir so brauchen", sagt Reinhard Nenning. Im Winter wird dann mit einem Holzvergaser ausgeholfen, das Brennholz dafür stammt aus dem eigenen Wald.