VW will beliebte Automarke einstellen
Volkswagen will Seat laut einem Bericht bis Ende 2029 auslaufen lassen. Der VW-Konzern setzt künftig stärker auf die Schwestermarke Cupra.
Volkswagen plant einen drastischen Schnitt im eigenen Markenportfolio. Der VW-Vorstand will die beliebte spanische Automarke Seat laut einem Medienbericht bis spätestens Ende 2029 vom Markt nehmen. Stattdessen soll sich der Konzern stärker auf Cupra konzentrieren. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus.
Für Seat könnte nach Jahrzehnten unter dem Dach von Volkswagen das Ende bevorstehen. Der VW-Vorstand will die spanische Automarke laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" auslaufen lassen. Das Magazin beruft sich dabei auf einen Vorstandsbeschluss, mit dem sich der Aufsichtsrat am Freitag beschäftigen soll.
Demnach soll Seat spätestens Ende 2029 vom Markt verschwinden. Im sogenannten Zielbild 2030 von Volkswagen werde die Marke nicht mehr geführt. Noch handelt es sich allerdings nicht um eine offiziell bestätigte endgültige Entscheidung.
Hinter dem geplanten Schritt steckt der tiefgreifende Umbau des deutschen Autokonzerns. Durch das Auslaufen von Seat will Volkswagen dem Bericht zufolge die Komplexität und die Investitionsbelastung innerhalb seiner Markengruppe Core reduzieren.
Gleichzeitig rückt die Schwestermarke Cupra stärker in den Mittelpunkt. In den zitierten Strategieunterlagen heißt es: "Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe Cupra fokussiert werden soll."
Welche konkreten Folgen das für einzelne Seat-Modelle, Händler oder bestehende Kunden hat, geht aus den vorliegenden Berichten noch nicht hervor.
Volkswagen selbst hält sich zu den Berichten bedeckt. Ein Sprecher des Konzerns will die internen Unterlagen nicht kommentieren. "Diese werden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess greifen wir nicht vor", so das offizielle Statement.
In der VW-Aufsichtsratssitzung am Freitag, 4. September soll über das weitere Vorgehen bei Europas größtem Autobauer beraten werden.
Dabei geht es um weit mehr als die Zukunft von Seat. Volkswagen steckt mitten in einem umfassenden Spar- und Umbauprogramm. VW-Chef Oliver Blume will den Konzern wettbewerbsfähiger machen. Belastet wird Volkswagen unter anderem durch die wachsende Konkurrenz chinesischer Autohersteller in Europa, Schwierigkeiten auf dem chinesischen Markt und die US-Zölle unter Präsident Donald Trump.
Auch die Zukunft der deutschen Werke in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm steht zur Diskussion. Zudem wird über einen möglichen weiteren Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen weltweit beraten.