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Schweiz: Festnahme nach tödlichen Schüssen bei Rave

Schweiz: Festnahme nach tödlichen Schüssen bei Rave

Schweiz: Festnahme nach tödlichen Schüssen bei Rave

Nachdem in der Schweiz eine junge Frau durch Schüsse bei einem Rave getötet worden war, hat die Polizei am Montag einen Verdächtigen festgenommen. Derzeit geht man von einem Einzeltäter aus, obwohl mindestens zwei Waffen verwendet wurden. Über das Motiv wird weiterhin gerätselt.

Die 22-jährige Italienerin war am Sonntag bei dem Rave im Kanton Aarau ums Leben gekommen, vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren wurden zudem teils schwer verletzt. Bei ihnen handelte es sich um eine Deutsche und vier Schweizer. Alle Verletzten sind außer Lebensgefahr, wie eine Polizeisprecherin der dpa sagte.

Auch der nun Festgenommene ist laut Polizeiangaben Schweizer Staatsbürger. Der 43-Jährige sei kurz vor 1.00 Uhr angehalten und unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Die Ermittlungen zum genauen Hergang der Tat sowie zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv seien derzeit im Gange. Zum aktuellen Zeitpunkt werde von einem Einzeltäter ausgegangen.

Zunächst hatten die Behörden noch berichtet, einer oder mehrere Täter hätten zahlreiche Schüsse aus mindestens zwei Waffen abgegeben. Es seien zwei unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten.

Es gebe für die Behörden momentan drei gleichrangige Hypothesen zur Tat: Es könne sich um einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu handeln, sagte der Polizeikommandant der Kantonspolizei Aargau, Michael Leupold. Er gehe von Zufallsopfern aus. Die Betroffenen hätten einander nicht gekannt.

Die Polizei bat darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. Das Verbrechen ereignete sich bei einem seit Jahren etablierten Rave auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins.

Der Verein sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus. "Die Aarauer Rave-Party wurde von einem schweren Ereignis überschattet. Die zuständigen Einsatzkräfte wurden umgehend alarmiert und waren mit den notwendigen Mitteln vor Ort, um die Situation zu bewältigen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten", schrieb der Verein in einer Mitteilung.

"Der hinterhältige Anschlag auf die Gäste des Aarauer Rave hat unsere Herzen gebrochen", schrieb der Veranstalter auf seiner Website. Das Event gilt als größtes Rave in der Nordwestschweiz.

Die ersten Notrufe waren kurz nach Ende des Rave mit rund 3.500 Besucherinnen und Besuchern eingegangen. Die Menschen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien, so die Polizei. Da der Ernst der Lage sofort deutlich gewesen sei, seien die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot ausgerückt, so ein Polizeisprecher. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich laut Polizei noch "weit über 100" Personen auf dem Gelände auf.

Gegenüber der Schweizer Boulevardzeitung "Blick" äußerten sich mehrere Zeugen. Zunächst hätten die Besucher die Schüsse für ein Feuerwerk gehalten, so eine Frau. Dann habe jemand "Alle runter!" gerufen. Die Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Alle Besucher des Rave seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden. "Es war schrecklich", so die Zeugin gegenüber der Zeitung.

Auch Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni sprach den Angehörigen der Getöteten ihr tiefstes Beileid aus. Ihre Gedanken seien zudem bei den Verletzten sowie allen Menschen, die in das Geschehen verwickelt gewesen seien, sagte die Politikerin nach Angaben ihres Büros. Sie verfolge die Entwicklungen über eine Taskforce des italienischen Außenministeriums.

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