Gerhardt Glaser über die Vertreibung aus der Tschechoslowakei
In der Sendereihe "Stimmen der Erinnerung – Zeitzeugen im Gespräch" erzählt Gerhardt Glaser von der Vertreibung seiner Familie aus dem Sudetenland und davon, wie sie in Österreich im letzten Moment bleiben konnte.
Gerhardt Glaser wuchs mit seiner Familie in Oberbaumgarten bei Neuhaus auf, dem tschechischen Hornibäner. Seine Eltern besaßen dort eine Landwirtschaft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte die Familie das Schicksal vieler Sudetendeutscher: "1945 mussten wir das Schicksal der Sudetendeutschen erleiden und sind vertrieben worden."
nach "NÖ heute", 1. September.
Ende 1946 oder 1947, so erinnert sich Glaser, sei in Österreich die Sorge groß gewesen, die damals rund neun Millionen Einwohnerinnen und Einwohner nicht ernähren zu können. Daher sei beschlossen worden, Sudetendeutsche nach Deutschland abzuschieben. Der damalige Bundeskanzler habe dies mit den Alliierten verhandelt.
Für die Familie Glaser kam die Rettung im allerletzten Moment. Kurz bevor sie in den Zug steigen sollten, sei der Chef seines Vaters, der Gutshofpächter von Ochsenburg, mit einer Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung erschienen. "Und wir sind wieder nach Hause gefahren", erzählt Gerhardt Glaser.