Region um Stainach hofft weiter auf Leitspital
Nach dem Aus für das Leitspital im Bezirk Liezen im vergangenen Jahr gilt seit 1. April die bundesländerübergreifende Kooperation mit Oberösterreich. In der Region habe sich inzwischen Ernüchterung breit gemacht, hieß es am Samstag. Ganz aufgeben wolle man die Hoffnung auf ein Leitspital nicht.
Patientinnen und Patienten aus dem Bezirk Liezen haben damit einen vertraglich garantierten Anspruch auf Versorgung im Salzkammergut Klinikum Bad Ischl – mehr dazu in Bezirk Liezen: Spitalsnetzwerk startet (31.3.2026). Das Land Steiermark bezahlt im Jahr 550.000 Euro, damit Patientinnen und Patienten aus dem Ausseerland in Bad Ischl mitversorgt werden. Die meisten Patienten und Patieninnen aus Bad Aussee werden derzeit in der Unfallchirurgie behandelt.
Wo das Leispital für den Bezirk Liezen hinkommen hätte sollen, da wächst in Stainach-Pürgg nun Wiese. Gras ist über die Sache aber noch nicht wirklich gewachsen: In der Gemeinde spüre man zunehmend Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation, sagte Bernhard Schachner (ÖVP), der Bürgermeister von Stainach-Pürgg.
"Die Rückmeldungen sind schon sehr negativ, beziehungsweise dämmert es mittlerweile den Leuten, dass die ursprünglich versprochenen drei Krankenhäuser in dem Sinn nicht mehr erhalten sind und dass wahrscheinlich ein neues, modernes Spital die bessere Alternative gewesen wäre. Also das Bewusstsein kommt so nach und nach mittlerweile eben auch mit den ganzen Fällen, mit weiteren Transporten und Abweisungen und so weiter, das dauert scheinbar. Aber das Bewusstsein wird meiner Meinung nach immer mehr in der Bevölkerung", so Schachner.
Ganz begraben hat der Regional-Politiker die Hoffnung auf ein modernes, zentral gelegenes Leitspital aber noch nicht – denn das Grundstücke stehe noch bereit. "Das Grundstück ist nach wie vor im Eigentum der KAGes. Die Widmung ist eine Sonderwidmung nur für das Krankenhaus. Das heißt, wenn das nicht gebaut würde, dann wird es dann wieder Freiland und muss mit einem erheblichen Wertverlust einhergehen. Eigentümer ist nach wie vor eben die KAGes. Was damit geschieht, weiß ich nicht als Bürgermeister. Natürlich hoffe ich, dass es in weiser Voraussicht behalten wird, dass man zumindest die Option aufrechterhält", so Schachner.
Blickt man über die Bundesländergrenze nach Bad Ischl. hört man zufriedenere Töne: "Grundsätzlich läuft es aus unserer Sicht zufriedenstellend. Die Patientenströme sind entsprechend den Erwartungen. Durch dieses Projekt ist keine Verlängerung der Wartezeit entstanden", meinte Christian Dopler, ärtzlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums.