Dürre, Hitze: COP zu Wüstenbildung mit besonderer Brisanz
Derzeit findet in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator die 17. UNO-Konferenz zur Wüstenbildung (COP17) statt. Das diesjährige Motto lautet "Land wiederherstellen. Hoffnung wiederherstellen". Angesichts der weltweiten teils historischen Dürre, Trockenheit und Hitze dürfte der Konferenz dieses Mal tatsächlich besonders viel Bedeutung zukommen.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus 197 Ländern nehmen laut dem UNO-Sekretariat zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) an der zweiwöchigen Konferenz teil. "Sie kommen zusammen, um Lösungen für die miteinander eng verbundenen Herausforderungen der Wüstenbildung, der Bodendegradation und der Dürre zu erarbeiten", heißt es auf der UNCCD-Website.
Denn nutzbares Land, so die UNCCD-Chefin Yasmine Fouad, sei die wichtigste Lebensgrundlage. Es sei die Basis für Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Stabilität. Wenn Acker- und Weideflächen verloren gehen, nähmen die Unsicherheit zu, die Vertreibung und der Wettkampf um knapper werdende Ressourcen.
Angesichts zunehmender Dürre und beschleunigter Bodendegradation, also der Verschlechterung der Bodenqualität, müsse die Konferenz "praktische und investitionsfähige Lösungen" vorantreiben, so Fouad. Diese müssten von der Wiederherstellung degradierter Flächen bis hin zu verbesserter Wassernutzung und nachhaltigem Landmanagement reichen.
Die Klimakrise gilt als Brandbeschleuniger von Dürren. Denn längere und härtere Hitze- und Trockenperioden können dazu beitragen, dass fruchtbare Böden allmählich austrocknen. Im Jahr 2050 sind laut UNO vermutlich 75 Prozent der Weltbevölkerung von Dürren betroffen.
Auch im "Guardian" ist zu lesen, dass die derzeitigen Extremwetterereignisse die Bedeutung der COP17 drastisch erhöhe und daher auch nicht zuletzt mehr Geld anziehen könnte. Schließlich seien mehr und mehr Länder von den Dürrefolgen betroffen – Stichwort Ernährungssicherheit.
Bei der vergangenen COP16 wurden finanzielle Mittel in der Höhe von über zwölf Milliarden Dollar zugesagt, nun gehe es um die konkrete Umsetzung von Projekten in 74 besonders betroffenen Ländern. Projekte könnten etwa die Modernisierung von Bewässerungssystemen und die Neuanpflanzung von dürreresistenteren Nutzpflanzen sein. In der Mongolei etwa, wo 77 Prozent der Landfläche bereits degradiert seien, sollen nun eine Milliarde Bäume gepflanzt werden.
Bisher seien Initiativen zur Landwiederherstellung und Dürreprävention unzureichend finanziert und schlecht umgesetzt worden, hieß es im "Guardian" weiter. Doch auch die zwölf Milliarden Dollar seien Fachleuten zufolge ein regelrechter Tropfen auf den heißen Stein, um die Wüstenbildung tatsächlich zu stoppen und Böden vor Dürre zu schützen und wiederherzustellen.
Folglich bedarf es neben den staatlichen Zusagen einmal mehr auch privater Investitionen – etwa von Lebensmittelunternehmen und Textilherstellern, die stark von Wasser und Ernteerträgen abhängig sind. Diese sollten laut Fouad "ihren Beitrag leisten".
Laut Foauad würden jedenfalls die Länder selbst zunehmend die Risiken erkennen sowie die Notwendigkeit, rasch zu handeln: "Je mehr man in die Renaturierung von Böden investiert, desto fruchtbarere Böden stehen zur Verfügung, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten." Als Beispiel wird hierbei Saudi-Arabien genannt, das zwar als großer Klimagesetzblockierer gilt, sich aber stark für die Bekämpfung der Wüstenbildung einsetze.
"Das Königreich, das 2024 die COP16-Wüstenkonferenz ausrichtete, hat Hunderte Millionen Dollar für deren Ziele zugesagt und sich mit Verbündeten in größeren Gruppen und Institutionen zusammengeschlossen, um deutlich höhere kollektive Zusagen zu machen", hieß es dazu im "Guardian".
Ein weiteres Beispiel: Die USA seien zwar aus dem Pariser Klimaabkommen und der UNO-Rahmenkonvention zu Klimaänderungen (UNFCCC) ausgestiegen, nicht aber aus dem UNCCD.
Wie auch die Rahmenkonvention zu Klimaänderungen und das zur biologischen Vielfalt (CBD) wurde auch das Abkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung 1992 unterzeichnet. Im Gegensatz zu den anderen beiden Umweltabkommen sei es jedoch über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt worden, habe von den dreien die geringste Aufmerksamkeit erhalten und kaum Fortschritte erzielt, so der "Guardian". Doch das könnte sich mit der COP17 nun eben ändern.