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Supercup: PSG verteidigt Thron in Salzburg

Supercup: PSG verteidigt Thron in Salzburg

Supercup: PSG verteidigt Thron in Salzburg

Paris Saint-Germain hat wie im Vorjahr den UEFA Supercup für sich entschieden. Der Champions-League-Sieger aus Frankreich besiegte den englischen Europa-League-Champion Aston Villa am Mittwoch bei einem Fußballfest in Salzburg mit 2:1 (1:1). Der Georgier Chwitscha Kwarazchelia (20.) und Frankreichs Jungstar Desire Doue (61.) erzielten die Tore für die Pariser, der erst 17-jährige Brian Madjo (45.) den zwischenzeitlichen Ausgleich vor 27.681 Zuschauern und Zuschauerinnen im ausverkauften Stadion in Wals-Siezenheim.

Beim siebenten europäischen Endspiel in Österreich, dem ersten in Salzburg, sahen die Fans ein stimmungsvolles und vor allem friedliches Fußballfest und auch einen munteren Start ins internationale Clubjahr.

Aston Villa verkaufte sich vor allem in der ersten Hälfte teuer. Nach dem wuchtigen Führungstreffer von Kwarazchelia (20.) verwertete Teenager Madjo seine fünfte Chance zum Ausgleich für die Mannschaft aus Birmingham (45.). Nach der Pause kam Weltfußballer Ousmane Dembele ins Spiel, der den Siegestreffer von Doue auflegte (61.).

Zunächst war auf Abseits entschieden worden, doch der bei der WM geschasste somalische Schiedsrichter Omar Artan nahm diese Fehlentscheidung zu Recht zurück, denn Matty Cash hatte mit einem gespreizten Bein die Abseitsstellung knapp aufgehoben. Der Ausgleich für die bemühten "Villans" wollte dann nicht mehr klappen.

Zum siebenten Mal fand ein UEFA-Finale in Österreich statt, sechsmal war das Prateroval in Wien Schauplatz, nun durfte sich zumindest für wenige Stunden erstmals Salzburg Europas Fußballhauptstadt nennen.

Die Landeshauptstadt nahm die Herausforderung im Festspielsommer an, die Salzburger Hotels waren ausgebucht. Untertags teilten sich die Fußballfans die Altstadt mit den Festspielbesuchern und sonstigen Touristen. Villa-Edelfan Prinz William war nicht darunter.

Schließlich ist der Supercup, der im Jahr 1973 nach einer Idee eines niederländischen Journalisten ins Leben gerufen worden war, nicht mehr als ein Prestigespiel zum Auftakt der neuen Saison. Die rund 30.000 Tickets waren dennoch schnell weg, Salzburg durfte sich als wirtschaftlicher Sieger dieses Duells fühlen, das seit 13 Jahren in kleineren Städten, Stadien und Märkten ausgetragen wird.

Nach der Fußballweltmeisterschaft in Nordamerika rückte also wieder der internationale Clubfußball in den Mittelpunkt. WM-Stars wie Frankreichs Weltfußballer Dembele nahmen aber auf der PSG-Bank Platz, oder Argentiniens Emiliano Martinez stand gar nicht im Kader, der Goalie weilt nach dem verlorenen Finale noch im Urlaub.

Einer, der unfreiwillig bei der WM in den Mittelpunkt gerückt war, schrieb beim Supercup Geschichte: Mit Omar Artan fungierte erstmals ein Nichteuropäer als Spielleiter. Dem Referee aus Somalia wurde die Einreise in die USA verweigert. Wenig später hatte ihn die UEFA als Supercup-Schiedsrichter nominiert, das durfte als nichts anders als eine weitere Spitze gegenüber der FIFA verstanden werden.

Apropos: Rund um das Spiel in Salzburg trafen sich UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und PSG-Chef Nasser al-Chelaifi, um das weitere Vorgehen im Machtkampf mit FIFA-Präsident Gianni Infantino zu besprechen. Dem Vernehmen nach gibt es für den europäischen Verband kein Zurück mehr, wenn es darum geht, Infantino zu stürzen.

Und Aston Villa wollte den Titelverteidiger zu Fall bringen, war in der Anfangsphase auch das bessere Team. Boubacar Kamara gab den ersten Warnschuss ab, der knapp links am Tor vorbeiging (13.).

Die Franzosen legten einen Zahn zu und trafen mit der ersten Chance: Erst scheiterte Doue an Marc Bizot, im zweiten Anlauf traf Kwarazchelia wuchtig, aber haltbar unter die Latte (20.).

In den folgenden Minuten hatte PSG noch Aufwind, aber Aston Villa kämpfte sich in die Partie zurück, allen voran Teenager Madjo. Der 17-Jährige mit der stattlichen Statur vergab gleich vier gute Chancen (28., 34., 41. und 44.), bei denen er jeweils vorbei bzw. an die Außenstange zielte. Der schwierigste Versuch saß: Nach einer Flanke des sehr umtriebigen John McGinn verwertete Madjo zum verdienten 1:1 (45.).

PSG-Trainer Luis Enrique brachte zur Pause Weltfußballer Dembele in die Partie. Der war nach seinem WM-Urlaub erst seit Montag wieder im Training und sah zunächst bessere "Villans".

McGinn scheiterte aber an PSG-Goalie Safonow (50.), ehe Emiliano Buendia das Leder über das Tor jagte (60.). Das sollte sich rächen, denn nur eine Minute später ging PSG wieder in Führung: Nach Zuspiel von Dembele lief Doue mutterseelenallein auf Biaz zu und verwertete ins linke Eck. Die Fahne war oben, doch Matty Cash hatte das Abseits knapp, aber doch mit einem gespreizten Bein aufgehoben (61.).

Aston Villa probierte noch einmal alles, hatte gleich durch den 19-jährigen George Hemmings die Chance auf den neuerlichen Ausgleich, scheiterte aber an Safonow (63.). Warren Zaire-Emery legte sich in einen Schuss hinein (73.), und Buendia vergab noch die letzte Chance zur Freude der mitgereisten PSG-Fans, die Pyrotechnik zündeten.

Mittwoch:

Wals-Siezenheim, 27.681 (ausverkauft), SR Artan (Somalia)

Tore: Kwarazchelia (20.), Doue (61.) bzw. Madjo (45.)

PSG: Safonow – Hakimi, Marquinhos, Pacho, Mendes (74./Hernandez) – Neves (74./Ruiz), Vitinha, Zaire-Emery – Akliouche (46./Dembele), Doue (87./Mayulu), Kwarazchelia (88./Beraldo)

Aston Villa: Bizot – Cash, Lindelöf, Torres (80./Mings), Maatsen – McGinn (72./Alysson), Gomes (80./Barkley), Kamara (72./Bogarde), Hemmings – Buendia, Madjo (72./Abraham)

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