Tote Schweine: Behördenversagen wird bestritten
Nach dem Fund von hunderten toten und verwahrlosten Schweinen in einem Mastbetrieb im Mostviertel stellt sich die Frage, warum die Missstände so lange unentdeckt blieben. Der Betrieb war bereits bekannt. Die zuständigen Behörden weisen ein Versagen zurück.
Bereits im vergangenen Jahr sind in dem Betrieb in Amstetten 55 Schweine wegen einer kaputten Lüftungsanlage verendet, zuvor wurde seitens der Landesveterinärdirektion von 150 Schweinen gesprochen. Die Zahl wurde am Mittwochnachmittag gegenüber noe.ORF.at korrigiert – mehr dazu in Bereits im Vorjahr 150 Schweine erstickt (noe.ORF.at; 12.8.2026).
Eine Amtstierärztin sei damals vor Ort gewesen. Weil die Lüftung bei dem Besuch am 13. Mai 2025 bereits repariert war, habe es keinen Anlass gegeben erneut zu kontrollieren, betonte die Landesveterinärdirektorin Christina Riedl gegenüber noe.ORF.at.
Ein Versagen seitens der Behörde sehe sie nicht, so Riedl. Der Landwirt habe den Mangel behoben und somit galt der Betrieb nicht mehr als auffällig. Denn man könne "nicht jeden Betrieb, der einmal im Leben einen Mangel hatte, ständig kontrollieren." Bei den Kontrollen in den Betrieben stehe den Amtstierärztinnen und Amtstierärzten eine Checkliste zur Verfügung, die gemeinsam mit dem Landwirt abgearbeitet wird. Bei Mängeln "gibt es eine Frist zur Behebung und Nachkontrollen", so Riedl.
Den aktuellen Fall wolle man intern aufarbeiten. Sie selbst sei in dem betroffenen Betrieb aber nie vor Ort gewesen, sagt die Veterinärdirektorin. Die Informationen zu dem Fall habe sie von der Bezirkshauptmannschaft (BH) Amstetten bekommen. An diese berichten auch die Amtstierärztinnen und Amtstierärzte. Trotz zahlreicher Nachfragen von noe.ORF.at wollte die BH Amstetten keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die Landesveterinärdirektion.
Weil man mit Stichproben und Routinekontrollen solche Fälle wie diesen im Bezirk Amstetten kaum erkennen könne, sei es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger Auffälligkeiten melden. "Sonst erfährt das die Behörde ja nicht", sagt Riedl.
Am besten könne man solche Fälle bei der BH melden. Die zuständigen Amtstierärzte würden dann Verdachtskontrollen durchführen. Ein weiterer Anlass für Verdachtskontrollen könnte sein, wenn die Tierkörperverwertungsanstalt auffällige tote Tiere in einem Betrieb abholt und meldet. Bei der Tierkörperverwertungsanstalt seien immer Amtstierärzte vor Ort.