Ceuta: Italien hält vorerst an Grenzkontrollen fest
Der italienische Außenminister Antonio Tajani will die vorübergehend wieder eingeführten Grenzkontrollen zu Spanien aufheben, sobald nach Einschätzung der Behörden keine neue Migrationswelle mehr droht. "Wir hoffen, die Aussetzung bald aufheben zu können, sobald keine Gefahr mehr besteht", sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Zeitung "La Stampa" heute.
Nach Angaben des spanischen Geheimdienstes gibt es die Gefahr einer neuen Ankunftswelle bis Mitte August, argumentierte der italienische Außenminister. Die Kontrollen seien daher eine Vorsichtsmaßnahme.
Tajani kritisierte zugleich die Entscheidung Spaniens, seinerseits vorübergehend Kontrollen an den Grenzen für Reisende aus Italien einzuführen. Das sei eine "inakzeptable Vergeltungsmaßnahme" und schade insbesondere dem Tourismus. Spanien habe aus seiner Sicht die Migrationslage nicht ausreichend überwacht.
Angesichts der vorübergehend eingeführten Grenzkontrollen Spaniens für Reisende aus Italien hat das italienische Außenministerium die konsularische Betreuung seiner Staatsbürger in Spanien verstärkt. Die Kriseneinheit richtete einen eigenen WhatsApp-Kanal ein und stockte die rund um die Uhr besetzte Notfallzentrale auf.
Der Beschluss wurde ergriffen, nachdem Spanien am Freitag vorübergehend wieder Kontrollen an den Grenzen für Reisende aus Italien eingeführt hat. Die Maßnahme soll zunächst bis zum 7. September in Kraft bleiben. Nach Angaben der spanischen Behörden können die Kontrollen je nach Entwicklung der Lage verlängert, geändert oder vorzeitig aufgehoben werden.
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sprach wegen der Ceuta-Krise mit den Innenministern Spaniens und Italiens. "Beide haben bestätigt, dass die Binnengrenzkontrollen nur vorübergehend sind", teilte Brunner auf X mit.