Neuer Hochhaus-Turm in Linz geplant
In Linz ist bereits das nächste Hochhausprojekt geplant. In der Neuen Heimat soll "Im Haidgattern" ein neuer Turm entstehen. Während die Stadt den seit Jahren anhaltenden Hochhaustrend verteidigt, äußern Anrainerinnen und Anrainer sowie ein Architekt Kritik an den Auswirkungen auf Stadtbild und Lebensraum.
Projekte wie der Bruckner Tower, der Bulgari Tower oder der Quadrill Tower prägen die Entwicklung der vergangenen Jahre. Nun soll auch in der Neuen Heimat ein weiterer Turm gebaut werden. Das geplante Hochhaus soll auf einem Areal entstehen, auf dem sich derzeit ein leerstehendes Gebäude befindet.
In der Nachbarschaft stößt das Vorhaben nicht nur auf Zustimmung. Mehrere Anrainerinnen und Anrainer sehen den geplanten Bau kritisch. Genannt werden unter anderem mehr Verkehr, zusätzliche Verschattung und ein aus ihrer Sicht unpassender Eingriff in das bestehende Ortsbild.
Ein Bewohner sagte, ein solcher "Bunker" passe nicht in die Umgebung. Andere verwiesen darauf, dass das bestehende Gebäude aus dem Jahr 1945 stamme und sich stärker in das Umfeld einfüge.
Wann mit den Bauarbeiten begonnen wird, ist derzeit noch offen. Laut dem Planungsdirektor der Stadt Linz, Hans-Martin Neumann, gebe es allerdings bereits seit rund zehn Jahren einen deutlichen Trend zu Hochhausprojekten in der Stadt.
Die Stadt habe sich bewusst zu solchen Projekten bekannt, sagte Neumann. Linz verstehe sich als moderne Industriestadt, deshalb habe man Hochhäuser auch ermöglichen wollen.
Neue Hochhäuser müssen in Linz mehrere Anforderungen erfüllen. Architektinnen und Architekten müssen dem Gestaltungsbeirat vorab ein Konzept mit zehn Kriterien vorlegen. Dabei geht es laut Neumann unter anderem um soziale Mehrwerte, öffentliche Freiräume, nutzbare Dachgeschosse und architektonische Qualität.
Was als hochwertige Architektur oder sozialer Mehrwert gilt, ist laut dem Linzer Architekten Michael Zinner allerdings umstritten. Er sieht den aktuellen Hochhaus-Trend kritisch und spricht von einer Entwicklung in die falsche Richtung.
Von Hochhäusern würden vor allem jene profitieren, die sie bauen oder entwickeln, sagte Zinner. Für Investorinnen und Investoren seien solche Projekte wirtschaftlich attraktiv. Menschen mit akutem Wohnbedarf würden dadurch aber kaum entlastet.
Zinner verweist stattdessen auf bestehende Gebäude und Räume, die aus seiner Sicht stärker genutzt werden könnten. Als Beispiel nennt er die evangelische Privatschule Rose in der Linzer Tabakfabrik. Die Schule nutzt dort nur wenige Räume dauerhaft und arbeitet für einzelne Unterrichtsfächer mit Partnerinstitutionen zusammen.
Dadurch seien innerhalb eines Stadtteils verschiedene Lernorte entstanden. Dieses Modell könne laut Zinner auch in größerem Maßstab funktionieren.
Die Diskussion über neue Hochhäuser dürfte Linz weiter beschäftigen. Während die Stadt auf Verdichtung und moderne Architektur setzt, fordern Kritikerinnen und Kritiker mehr Augenmerk auf bestehende Gebäude und deren Nutzung. Welche Form der Stadtentwicklung sich langfristig durchsetzt, bleibt derzeit offen.