Hitze: Ernteausfälle und bedrohte Fischbestände
Die Hitzewelle hat Österreich, und damit auch das Burgenland, weiterhin fest im Griff. Aber es sind nicht nur die hohen Temperaturen ein Problem, sondern auch die Trockenheit, die landwirtschaftlichen Betrieben Sorgen bereitet.
Derzeit prägen vor allem ausgetrocknete Maisfelder das Landschaftsbild. Die diesjährige Ernte wird nach Einschätzung des Landwirts Martin Jautz aus Tobaj (Bez. Güssing) dramatisch ausfallen.
Die anhaltende Trockenheit trifft neben der Landwirtschaft auch die Tierhaltung schwer. So betreibt Michael Hoffmann am Fuß der Burg Güssing eine Fischzucht. Bereits ab einer Wassertemperatur von 31 Grad Celsius besteht akute Lebensgefahr für den Bestand – ein Grenzwert, der am Montag bereits überschritten wurde.
Eine Wetterabkühlung ist zwar für das Wochenende angekündigt, doch laut den betroffenen Betrieben könnte nur ausgiebiger und anhaltender Regen über einen Zeitraum von zwei Wochen die Situation nachhaltig entspannen.
Aufgrund der langanhaltenden extremen Hitze und der fehlenden Niederschläge zeigen die Ergebnisse der abgeschlossenen Getreideernte nochmals einen Rückgang gegenüber den bereits pessimistischen Prognosen. Seit 1970 wurde im Burgenland noch nie so wenig Getreide geerntet wie heuer. Die aktuellen Wetterbedingungen lassen auch für die Herbstkulturen wie Sonnenblume, Sojabohne, Körnermais, Zuckerrübe und Wein Ertragsausfälle befürchten. Es brauche ein "Dürre-Maßnahmenpaket", appelliert Nikolaus Berlakovich, Präsident der burgenländischen Landwirtschaftskammer.
Am Dienstag tagte wieder die Wasserstandskommission. Trotz sehr niedrigen Wasserstands des Neusiedler Sees sei die Lage noch nicht problematisch. Das Hauptreferat Wasserwirtschaft ist auch in regelmäßigem Austausch mit der Geosphere Austria. Nach den Temperaturpeaks am Dienstag und Mittwoch sollte es am Donnerstag und Freitag zu einer Abkühlung kommen. Ob damit aber auch Niederschläge einhergehen, sei noch ungewiss.
Am Dienstag belief sich der Wasserstand auf 115,1 Meter über Adria. Wie in den Jahren 2022 und 2023 befindet sich der See damit aktuell im Niederwasserbereich. Vor vier Jahren wurde der tiefste Wert seit 1965 gemessen, damals betrug er 114,98 Meter über Adria. Vom Mittleren Wasserstand ist man aktuell 34 Zentimeter entfernt, auf den Vorjahreswert fehlen 24 Zentimeter.