Tourismusreform wird im Detail beschlossen
Nun wird es ernst mit der Tourismusreform in Kärnten. Die Landesregierung wird am Dienstag mehrere Verordnungen beschließen. Damit werden Details zur Umsetzung zum bereits beschlossenen Gesetz festgelegt. So steht nun fest, welche Gemeinden zu welchem neuen Tourismusverband kommen.
Schlanker und schlagkräftiger lautet das politische Ziel für die Tourismus-Werbung im Land. Gemeint sind damit weniger "Kirchturmdenken" und größere Einheiten, um Geld und Kräfte zu bündeln. Derzeit gibt es in Kärnten noch 125 Tourismusorganisationen, ab dem nächsten Jahr bleiben neun Verbände plus die Kärnten Werbung.
Die neue Organisations-Landkarte legt Tourismus-Referent Sebastion Schuschnig (ÖVP) am Dienstag als Verordnung der Landesregierung vor: "Das ist weitestgehend deckungsgleich mit den bisherigen Tourismusregionen, aber es gibt davon auch Ausnahmen. Feldkirchen wird künftig nicht mehr Teil der Region Millstätter See, Bad Kleinkirchheim und Nockberge sein, sondern des Tourismusverbandes Villach-Faaker See-Ossiacher See."
Zell-Pfarre wechselt auf eigenen Wunsch von der Region Rosental in den Verband Südkärnten, von dem auch der Geopark Karawanken vermarktet wird. Alle neun neuen Verbände müssen im Herbst auch neue Vorstände wählen: "Neun Unternehmer plus drei Bürgermeister bilden den neuen Vorstand. Es sind allerdings nur die Unternehmer zu wählen, weil die drei Bürgermeister sind automatisch jene der drei nächtigungsstärksten Gemeinden im jeweiligen Tourismusverbandsgebiet."
Diese Vorstände werden auch mitentscheiden, in welche Infrastruktur-Projekte künftig das Geld aus der neuen Tourismusabgabe fließt. 4,50 pro Gast und Nächtigung werden bereits ab November eingehoben, statt der bisherigen Orts- und Nächtigungstaxe. Das soll jährlich geschätzt 70 Millionen Euro bringen. Ein Teil des Geldes fließt in den neuen Infrastrukturfonds, ein Teil in die Kärnten Werbung und in die Verbände für deren Arbeit.
Tourismus-Informationsstellen in den Gemeinden werde es weiter geben, möglich, dass altmodische zugunsten moderner geschlossen werden, die meisten Mitarbeiter in den Tourismusämtern sollen neue Aufgaben bekommen, es sei "kein großer Aderlass" zu befürchten, so Schuschnig.