Auftakt der 106. Salzburger Festspiele
Am Sonntagvormittag werden die 106. Salzburger Festspiele offiziell eröffnet. Beim traditionellen Festakt in der rund 1.450 Personen fassenden Felsenreitschule werden zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur erwartet. Die Festrede hält heuer die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kalesnikava.
Offiziell eröffnet werden die Festspiele von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Der ORF Salzburg überträgt den Festakt live: Die Vorberichterstattung beginnt um 10.40 Uhr, der Festakt startet um 11.00 Uhr in ORF 2 und 3sat.
Die militärischen Ehren und die Begrüßung der Ehrengäste finden um 10.30 Uhr in der Hofstallgasse vor dem Festspielhaus in Salzburg statt.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) sowie Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) richten Grußworte an die Gäste. Schauspielerin Senta Berger liest einen Text von Max Reinhardt aus dem Jahr 1943. Die Festrede hält die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kalesnikava, gefolgt von der Eröffnungsansprache des Bundespräsidenten.
Das Eröffnungskonzert dirigiert Vitali Alekseenok, belarussischer Musikerkollege der Festrednerin, in der Felsenreitschule. Der Musiker wurde 1991 in Belarus geboren. Aus politischen Gründen hat er seine Heimat aber schon vor ein paar Jahren verlassen und lebt mittlerweile in Deutschland. Alekseenok ist am Sonntag auch zu Gast im Radio Salzburg Cafe.
Den musikalischen Rahmen gestaltet das Mozarteumorchester Salzburg, mit Violinistin Vilde Frang als Solistin sowie dem Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. Zu hören sind Werke von Olivier Messiaen, Édouard Lalo und Lili Boulanger, die einen Ausblick auf den Salzburger Festspielsommer geben.
Sonntagabend feiert George Bizets Oper "Carmen" im Großen Festspielhaus Premiere. In ihrer Neuinszenierung richtet die Regisseurin und Choreografin Gabriela Carrizo den Blick auf die Perspektiven von Carmen und Don José und erkundet die psychologischen, familiären und gesellschaftlichen Kräfte, die ihre tragische Beziehung prägen. Bizets Oper erscheint dabei als zeitlose Geschichte über Freiheit, Begehren und den Umgang mit dem Fremden – im Anderen und in uns selbst.
Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis ist dieses Jahr Ehrengast von Bundeskanzler Christian Stocker bei den Salzburger Festspielen. Die beiden Regierungschefs werden am Montag, dem Tag nach der offiziellen Festspieleröffnung, ein Arbeitsgespräch in Salzburg führen.
Im Rahmen der Salzburger Festspiele wird Georg Baselitz' letztes skulpturales Werk, Stravinsky (2026), im unteren Pausenfoyer des Großen Festspielhauses ausgestellt. Als Hommage an den von Baselitz hochgeschätzten Komponisten Igor Strawinsky steht die Skulptur in engem Zusammenhang mit der von der Kritik gefeierten Bühnenbildgestaltung für L'Histoire du Soldat, eine Produktion der Salzburger Festspiele, die im vergangenen Jahr im Marionettentheater aufgeführt wurde.