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Ein Buch „für alle, die anfangen“

Ein Buch „für alle, die anfangen“

Ein Buch "für alle, die anfangen"

Schwimmen oder einfach nur im Wasser schweben – für viele ist das ein Idealzustand, um der Schwere des Alltags zu entkommen. Man kann sich diesem Zustand auch zwischen zwei Buchdeckeln annähern – mit dem neuen Buch von Jaqueline Scheiber.

Lange Zeit geht sie am Schwimmbad ganz in der Nähe ihrer Wohnung vorbei, schreibt Jacqueline Scheiber – sie habe keinen Spaß an körperlicher Betätigung, erklärt sie, und: "Wortwörtlich erschwerend kommt hinzu, dass ich dick bin." So sei dieses Buch eine Erzählung über ihr persönliches Wagnis, etwas in ihr Leben zu lassen, das sie selbst dort nicht vermutet hätte.

Die Autorin, Podcasterin und Sozialarbeiterin widmet dieses Buch dann auch "allen , die anfangen". So schreibt sie darüber, wie es ist, sich mitten im Winter aus der warmen Kleidung zu schälen und in der schwül-warmen Luft eines Hallenbads in den Badeanzug zu schlüpfen.

Da ist zumindest die erste Hürde geschafft, die nächste wartet aber schon: "In Zeitlupe gewöhne ich Quadratzentimeter für Quadratzentimeter meiner Haut an die kühle Temperatur. Erst die Füße, dann kurz warten, bis eine gewisse Gewöhnung eintritt. Manchmal spüre ich die Kälte noch intensiver, wenn sich das Wasser bewegt. Schon beim Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut. Bis zu den Knien geht es dann etwas zügiger voran. Mit den Handflächen spritze ich eine kleine Mengen Wasser über die Arme, als würde das die Sache besser machen. Die zwei kritischsten Schwellen sind der Bauch und die Schultern. Für die Überwindung der ersten muss ich allen Mut zusammennehmen, Luft anhalten und voranschreiten. Wenn erst der gesamte Oberkörper unter Wasser ist, heißt es atmen."

Es folgen Erinnerungen an die Sommer ihrer Jugend auf dem Land: "Freibäder sind Schmelztiegel sozialer Vermischung. Und gehört man zu den weniger Beliebten, Angesehenen oder Normschönen, können es mitunter Orte der Demütigung und des Ausschlusses werden. All die freigelegten vermeintlichen Mängel wurden damals zu gerne von den pubertierenden Jungscliquen schamlos aufgegriffen und mit Spott und Hohn bedacht. Ich bedauere es heute oft, dass ich so viele Sommer damit verschwendete, lange Kleidung zu tragen und zurückgezogen in meinem Zimmer zu überhitzen, statt den Raum einzunehmen, der mir zustand."

Aber natürlich gibt es auch positive Erinnerungen – zum Beispiel die an den ersten erfolgreichen Schwimmkurs als Kind oder an den Spaß im Wellenbecken. Und dann kommt noch eine gesellschaftspolitische Dimension dazu: Die Urgroßmutter durfte nicht schwimmen lernen, die Mutter war Leistungsschwimmern im damals noch kommunistischen Ungarn. Und schließlich: "Seit ich schwimme, habe ich weniger Angst zu versagen."

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