"Bring friends and family": Dubai zahlt Einwohnern Vermittlungsprämien
Seit Beginn des Iran-Krieges verzeichnet Dubai einen Rückgang der Besucherzahlen – eine Folge des iranischen Beschusses aus dem Iran, der auf Angriffe der USA und Israels folgte. Um wieder für mehr Touristen und Touristinnen aus aller Welt attraktiv zu werden, lockt das Emirat nun mit Prämien. Von der Vermittlung neuer Besucher profitieren sollen Einwohner und Einwohnerinnen, aber vor allem der eingebrochene Tourismussektor.
Für jene, die Familienmitglieder und Freunde nach dem Motto "Bring friends and family" erfolgreich zu einem Besuch der Metropole animieren, soll es Vorteile im Wert von "mehr als 3.000 VAE-Dirham" (etwa 720 Euro) geben. Über das "A Dubai invite"-Programm, eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft und Tourismus, können die Kontakte "nominiert" werden.
Auf der Website der Plattform Visit Dubai heißt es, dass die Einwohner und Einwohnerinnen ein "Vorteilspaket" erhalten, das Hotelaufenthalte, Vergünstigungen in Restaurants und Tickets für Sehenswürdigkeiten umfasst. Die Teilnahmebedingungen besagen, dass jeder Einwohner Anspruch auf maximal drei Leistungspakete für Besucher hat, die vor dem 31. Oktober anreisen.
Einige Einschränkungen gibt es bei dem Programm allerdings: Die Besucherinnen und Besucher dürfen keine Einwohner und Einwohnerinnen der Vereinigen Arabischen Emirate (VAE) sein, müssen mit einem gültigen Touristenvisum einreisen und können nur einmal nominiert werden. Vor den einladenden Bewohnern Dubais können die Leistungen bis Dezember eingelöst werden.
Das Programm kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Tourismussektor der VAE einen signifikanten Abschwung erlebt: Die Zahl der internationalen Besucher und Besucherinnen ging stark zurück, nachdem die Golfstaaten in den Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran hineingezogen wurden.
Im Februar reagierte der Iran auf die US-israelischen Angriffe mit dem Beschuss mit Raketen und Drohnen, die das weltberühmte Fairmont Hotel und den internationalen Flughafen von Dubai trafen und damit das Bild zerstörten, das die Stadt Influencern und den Superreichen als Spielwiese verkauft hatte, die sicher ist vor der Instabilität der umliegenden Region.
Im Jahr 2025 konnte Dubai fast 20 Millionen Touristinnen und Touristen verzeichnen und damit einen Rekord verzeichnen. Seit dem Konflikt hat sich die Zahl der Fluggesellschaften, die Dubai anfliegen, aufgrund von Raketenangriffen jedoch halbiert. Es gibt Berichte über Hotelleerstände und Unternehmen, die Umsatzrückgänge von mehr als 50 Prozent verzeichnen.
Einige der bekanntesten Hotels in Dubai haben komplett geschlossen, viele haben ihre Pläne für Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten vorgezogen, wie beispielsweise das 321 Meter hohe, segelförmige Luxushotel Burdsch al-Arab, das für eine umfassende Restaurierung für 18 Monate geschlossen wird.
Andere Hotels und Unternehmen nutzen das neue Programm der Regierung und bieten Rabatte von 45 Prozent und Gratisübernachtungen an. Lokale Medien berichteten am Donnerstag, dass das Programm innerhalb der ersten 48 Stunden mehr als 10.000 Anträge erhalten haben soll – die Zahlen entstammen freilich offiziellen Kanälen.