Tonnenweise Müll auf Autobahnen
9.000 Tonnen Müll landen jedes Jahr auf und neben Österreichs Autobahnen. 1.300 Tonnen sind es allein in Kärnten und es wird mehr. Vor allem in der Hauptreisezeit sind die Mitarbeiter der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) von der Früh weg unterwegs, um den Müll zu beseitigen.
Die Autobahnmeisterei Zauchen ist eine der größten Autobahnmeistereien in Österreich. Sie ist zuständig für Autobahnbereiche der Südautobahn (A2), der Tauernautobahn (A10) und der Karawankenautobahn (A11). Patrick Maier war zu Beginn der Woche mit acht Kollegen und mit Kehrmaschinen und dem Schlammsaugwagen auf Reinigungstour. Bei der Raststätte Rosegg auf dem Weg in den Süden fanden sie einen gebrochenen Achsschenkel am Rand der Fahrbahn. Es sei viel Dreck zusammengekommen, sagte Maier: "Es ist natürlich das Aufkommen jetzt ein bisschen extremer, sehr klar durch den Urlauberreiseverkehr, aber Müll beschäftigt uns eigentlich das ganze Jahr."
Mit Zangen greifen sich die orange gekleideten ASFINAG-Mitarbeiter Plastikflaschen, Zigarettenschachteln und Papier und packen es in Säcke. "In erster Linie schauen wir natürlich, dass die Parkflächen sauber sind, damit die Verkehrsteilnehmer, die Kunden, sitzen können, dass da alles sauber ist und dass es gemäht ist", sagte Maier. Mit dem Hochdruckreiniger wird der Rastplatz sauber gemacht.
Die Restmüllkübel sind nach tausenden Urlaubern übervoll, sagte Maier: "Die Tonnen werden zweimal pro Woche ausgeleert. Diese dürften am letzten Freitag ausgeleert worden sein und da sieht man, wie voll sie heute schon wieder sind. In den Mistkübeln ist zu 90 Prozent Restmüll drin, der da auch reingehört." Das Team übernimmt auch die Tunnelwäsche.
Es gebe nichts, was man nicht auf der Autobahn finde, sagte Mair: "Bis hin zur Kloschüsseln und Holzabfällen haben wir schon alles gehabt. Es wird relativ viel entsorgt auf der Autobahn." Auf einem kleineren Parkplatz kontrolliert das Team die Toiletten, die von einer Fremdfirma gereinigt werden.
Die Damen-Toilette erweist sich bei der Kontrolle als sauber, dasselbe gilt für die Herren-Toilette. "Zweimal am Tag kommt eine Firma, die lehrt den Müll aus, die putzt das, die füllt das Klopapier nach. Die schaut einfach, dass alles sauber ist", so Mair.
Von den Reinigungstouren bringen die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei oft illegal entsorgten Sperrmüll mit. Auf dem Gelände der Autobahnmeisterei in Zauchen wurde dafür ein eigenes "Sammelzentrum" eingerichtet: "So sagen wir dazu. Da sind die Sachen, die man so vorfindet auf der Autobahn. Von Kaffeemaschinen bis hin zu Rasenmähern. Da sieht man auch, wie extrem das jetzt im Sommer ist, mit den Reifenplatzern beim Schwerverkehr", sagte Mair und deutete auf einen Haufen kaputter Reifen, die neben einem Container gelagert sind.
Nicht nur Reifen sind Hinterlassenschaften von Fernfahrern, sagte Maier: "Die Lkw-Fahrer haben es anscheinend so an sich, dass sie während der Fahrt gerne in größere Gebinde hinein urinieren und diese Flaschen an Orten, wo sie nicht hin gehören, entsorgen. Und die klauben wir dann auch zusammen. Das ist nicht so fein. So lange sie verschlossen sind, ist das kein Problem. Am Parkplatz in den Mülltonnen wäre uns das am liebsten."