WWF fordert UVP-Pflicht für Rechenzentren
Für das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen. Der WWF fordert deshalb eine Änderung des Gesetzes und strengere Regeln für große Rechenzentren. Auch das laufende Verfahren müsse genau geprüft werden.
Das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf löst weiter heftige Diskussionen aus. Nachdem bekannt wurde, dass für das Großprojekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist, fordert der WWF nun eine Änderung des UVP-Gesetzes. Große Rechenzentren sollten künftig als eigener Tatbestand im Gesetz verankert werden, so die Umweltschutzorganisation.
Für das aktuelle Verfahren in Kronstorf nimmt der WWF das Land Oberösterreich in die Pflicht. "Kurzfristig muss die oberösterreichische Landesregierung dieses Projekt streng und transparent prüfen, bevor es Genehmigungen für weitere Erweiterungen und Ausbauten gibt", sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.
Darüber hinaus brauche es aus Sicht des WWF eine Änderung auf Bundesebene. "Es braucht eine Verankerung von Rechenzentren in das Gesetz, das die Prüfung der Umweltverträglichkeit regelt. Das fehlt leider komplett", so Pories.
Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) hatte zuletzt ebenfalls mehr Transparenz beim Google-Projekt gefordert – unter anderem beim erwarteten Stromverbrauch. Google zufolge liegt der Energiebedarf der aktuellen Ausbaustufe bei bis zu 150 Megawatt Anschlussleistung. Bei einem möglichen Vollausbau könnten es bis zu 500 Megawatt sein.