Diskussion um Ukraine-Geflüchtete in Zelten
Im Grazer Metahofpark schlafen derzeit geflüchtete ukrainische Familien in Zelten. Ein Unterstützungsverein kritisiert das, Anwohner sind irritiert. Hintergrund sind die fehlende Einrichtung und Finanzierung für die Übergangsquartiere bis zur Aufnahme in die Grundversorgung.
Geflüchtet aus dem Kriegsland Ukraine, gelandet in Zelten im Metahofpark in Graz. Seit Tagen campieren die Geflüchteten im Grazer Park.
"Es waren immer wieder verschiedene Familien. Der Höchststand, wo wir aktiv wurden, waren um die zwischen 20 und 30 Personen, viele davon minderjährig", so Tamara Mandl; sie sieht sich als Aktivistin und unterstützt die Familien im Grazer Metahofpark. Eine Familie wurde von der Stadt Graz in eine feste Notunterkunft gebracht.
Tamara Mandl sagt, in Graz sei eine Versorgungslücke entstanden, seit das Land im Herbst die Finanzierung von Übergangsquartieren eingestellt hat und die Stadt diese Finanzierung nicht mehr übernimmt. "Seitdem gibt es eben keine Notschlafstellen, Übergangsquartiere oder sonst was für genau diese Gruppe", so Mandl. Es geht um die Zeit der Registrierung als Geflüchtete bis zur Aufnahme in die Grundversorgung. Das kann Tage bis Wochen dauern.
Bei einem Ausweichquartier habe es dann auch noch einen Angriff auf Zelte der Geflüchteten gegeben, so Mandl: "Da ist auf die Zelte eingeschlagen worden mit Stöcken. In diesem Zelt waren Kinder, schutzlose Menschen, die auch relativ abgeschottet zu dem Zeitpunkt waren, ohne die Möglichkeit, Hilfe zu holen." Die Aktivistin vermutet einen rassistischen Hintergrund, die Polizei ermittelt. Diese Familie ist mittlerweile in der Grundversorgung.
Von Seiten der Stadt hat man für erste Familien feste Notunterkünfte organisiert, und versuche das auch für die weiteren Familien zu tun, hieß es aus dem Büro von Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ).