Betreiberwechsel in Scharnstein angestrebt
Rund um den Rettungshubschrauber Martin 3 in Scharnstein (Bezirk Gmunden) gibt es weiterhin Turbulenzen. Der Besitzer des Flugstandortes, der ASKÖ Flugsportverein, hat dem Betreiber des Hubschraubers, Heli Austria, ein Kündigungsschreiben geschickt. Damit droht dem Hubschrauber Martin 3 das Aus. Heli Austria möchte aber bleiben.
Hintergrund des Konflikts sind Verbesserungen am Standort in Scharnstein, die Heli Austria immer wieder vom ASKÖ Flugsportverein eingefordert hat. So ist es im Winter im Hangar zu kalt und auch der angeschlossene Segelflugzeugbetrieb ist laut Heli Austria nicht optimal. Man komme sich immer wieder in die Quere.
Der ASKÖ Flugsportverein sieht sich allerdings außerstande, die geforderten Maßnahmen umzusetzen. Als gemeinnütziger Verein könne man größere Maßnahmen finanziell nicht stemmen, heißt es. Zudem sei es nicht Aufgabe des Vereins, entsprechende Investitionen für den Betreiber zu übernehmen. Daher ist die Kündigung ausgesprochen worden. Laut einem Anwaltsschreiben, das dem ORF Oberösterreich vorliegt, wird der bestehende Vertrag spätestens Ende September aufgelöst.
Nach den monatelangen Diskussionen sei auch das Vertrauen in Heli Austria verloren gegangen, sagt der ASKÖ Flugsportverein. Deshalb wolle man den bisherigen Betreiber nicht mehr am Standort haben.
Gleichzeitig betont der Verein, dass der Rettungshubschrauber in Scharnstein bleiben soll. Gewünscht sei jedoch ein anderer Betreiber für den Standort im Almtal.
Heli Austria reagierte auf die Kündigung mit Widerstand. Das Unternehmen erklärte in einer Aussendung, man wolle weiterhin in Scharnstein bleiben. Trotz Kündigung gehe man davon aus, den Standort weiter betreiben zu können. Falls notwendig, solle ein unabhängiges Gericht darüber entscheiden.
Im Vorjahr ist der Martin-3-Hubschrauber zu rund 1.100 Einsätzen ausgerückt. Seit 2018 ist er in Scharnstein stationiert.