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Friesacher Schattenoase lockt bei Hitze

Friesacher Schattenoase lockt bei Hitze

Friesacher Schattenoase lockt bei Hitze

Wenn es im Sommer so richtig heiß ist, ist das Bedürfnis nach Abkühlung noch größer. Direkt neben der Propsteikirche in Friesach befindet sich die "Schattenoase". Ein Platz für Erholung, einen Plausch oder gemeinschaftliche Aktivitäten für Einheimische, aber auch Besucher.

Für Vorbeikommende stehen ein Tisch und zwei Bänke aus Holz und eine Bücher-Tauschbox bereit. "Es können auch bereits gelesene Bücher hinterlegt werden. Dafür kann man dann andere ausborgen, im Sinne der Nachhaltigkeit", so Verena Wernbacher von der CARITAS-Regionalstelle in St. Veit an der Glan.

Das Projekt unter dem Motto "Bewegende Begegnungen" wurde in Kooperation mit dem Fonds Gesundes Österreich umgesetzt. Ziel ist es, der Einsamkeit in der Gemeinde entgegenzuwirken und niederschwellige Begegnungsräume zu schaffen. Denn gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen, betagte Menschen oder Menschen mit Behinderung seien oft dazu gezwungen, bei Hitze in ihrer Wohnung zu bleiben. Ihr Bewegungsradius sei eingeschränkt, was oft zu Einsamkeit führe.

An der Umsetzung waren die Pfarre Friesach, die Stadtgemeinde, die Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Gurktal und Friesach, der Verein "Friesach im Wandel", die RegionalCaritas, die Caritas-Werkstatt Veronika, sowie engagierte Friesacher Bürger und Bürgerinnen beteiligt. Silvia Reibnegger etwa plant Veranstaltungen, kümmert sich um die Bücherbox und sorgt dafür, dass die Oase ordentlich bleibt.

Im Vorjahr wurde mit den Arbeiten begonnen, vor kurzem fand die offizielle Eröffnung der Schattenoase statt. Bis jetzt seien die Rückmeldungen positiv, sagte die Friesacher Vizebürgermeisterin Ursula Heitzer. Die dem Heiligen St. Bartholomäus geweihte Probstei- oder Stadtpfarrkirche ist die älteste Kirche in Kärnten: "Man schaut sie sich normalerweise bei einem Besuch in Friesach sowieso an und dann kann man hier gleich ein bisschen verweilen und ausruhen, ohne etwas konsumieren zu müssen." Auch wenn Tiere mit von der Partie sind, biete die "Schattenoase" Möglichkeiten der Erholung für sie und ihre Besitzer.

"Die Schattenoase soll ein Platz sein, wo jeder hinkommen kann, um sich abzukühlen. Sie ist für jeden zugänglich. Die Idee dahinter ist, dass man hier einfach gemeinschaftlich zusammen sein kann, während großer Hitzephasen im Schatten", so Verena Wernbacher. Geplant sind auch zahlreiche Aktivitäten, an denen kostenlos teilgenommen werden kann: "Mitte Juli wird mit einer Imkerin gemeinsam Oxymel hergestellt. Es wird eine Fahrradreparaturwerkstätte und verschiedene Lesungen geben. Kaffee und Kuchen-Nachmittage sollen auch stattfinden", sagte Verena Wernbacher. Das sei eine Möglichkeit, Kontakte mit Menschen zu knüpfen, die man sonst vielleicht nicht treffen würde: "Es sind wirklich alle eingeladen, sich herzusetzen, auch wenn schon jemand da sitzt, dass man einfach miteinander ins Gespräch kommt."

Die Abkürzung KEM steht für den Zusammenschluss von Friesach und fünf Gurktaler Gemeinden, die sich gemeinsam bei unterschiedlichen Projekten mit Fragen zu Klima und Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Kerstin Staudacher ist die für das Gurktal und Friesach zuständige Modellregionsmanagerin. Sie sagte, letztendlich gehe es auch um die Bewusstseinsbildung. Welche Pflanzen "klimafit" sind, wird zum Beispiel demnächst in einem Workshop erörtertet: "Die Felsenbirne ist zum Beispiel eine klimafitte Pflanze. Da geht es darum, dass die bei dieser Klimaerwärmung einfach leichter überleben. Dabei handelt es sich meist um alte Sorten."

Es gehe auch um den Lebensraum von Tieren und Insekten. "Man hört die Vögel zwitschern und es gibt hier auch Bienen. Es geht einfach darum, das Klima zu schützen. Hier passiert eine natürliche Kühlung", so Staudacher.

Auch die Mitglieder des Vereins "Friesach im Wandel" haben es sich zum Ziel gesetzt, nachhaltiges Denken zu vermitteln, zum Beispiel durch sogenannte Essensretter oder mit einem Mehrwertladen. Bei der "Schattenoase" stehe der soziale Aspekt im Vordergrund, sagt Irmgard Lechner, eine der freiwilligen Helferinnen: "Früher hat man vielleicht mehr von der Einsamkeit in der Stadt geredet, jetzt ist die Einsamkeit auch am Land angekommen. Betroffen sind die Menschen, deren Kinder weggezogen bzw. die einfach alleinstehend sind. Da ist das eine gute Gelegenheit, um sehr unkompliziert Menschen kennenzulernen."

Das half auch dem gebürtigen Hamburger Karl Heinz Kählert dabei, Anschluss zu finden. Seit 20 Jahren lebt er in Österreich. Seit dem Tod seiner Lebensgefährtin im Vorjahr engagiert er sich ehrenamtlich bei der CARITAS und gestaltet verschiedene Projekte mit: "Nach dem Tod meiner Lebensgefährtin ist mir im wahrsten Sinne des Wortes die Decke auf den Kopf gefallen. Ich habe gesagt, ich möchte irgendwas unternehmen." Er steuerte die Idee zum "Tanz-Tee" bei: Seit November letzten Jahres wird einmal im Monat gemeinsam getanzt. "Ich war zu meiner Jugendzeit selber in der Diskothek als Historiker tätig. Und ich habe aus diversen Veranstaltungen hier in Friesach auch gesehen, dass ältere Leute doch ganz gerne wieder tanzen möchten oder sich gerne unterhalten und Musik hören möchten." 20 Stammgäste gibt es mittlerweile, die regelmäßig zum Tanzen kommen. Am 25. September ist es das nächste Mal soweit.

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