Vorstand des TVB Hallein tritt geschlossen zurück
Der Vorstand der Tourismusverbands Hallein tritt nach immer lauter werdender Kritik am Halleiner Stadtfest geschlossen zurück. Dem Geschäftsführer des TVB, Rainer Candido, der für die Organsiation des Stadtfestes verantwortlich war, spricht der Vorstand aber sein Vertrauen aus.
Der Halleiner Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) bestätigte den Rücktritt des Vorstandes auf ORF-Anfrage. Er sei von TVB-Geschäftsführer Candido darüber informiert worden, der seine Funktion auch weiterhin behalten will. Zum Vorstand gehören der Obmann, der Finanzreferent und der Vize-Obmann des TVB. Noch am Freitag hatte Stangassinger personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen und eine öffentliche Entschuldigung vonseiten des Tourismusverbandes gefordert. Auch diese sei mittlerweile erfolgt, so der Bürgermeister. Der Geschäftsführer selbst äußerte sich bisher nicht selbst zu den Vorwürfen.
Auslöser der Causa war die Durchführung des Halleiner Stadtfestes am letzten Juniwochenende. Nach dem Fest hatten sich zahlreiche Geschäftsleute beschwert. Der TVB habe etwa vor Gasthäusern, die nicht Teil des Stadtfestes sein wollten, schwarze Bauzäune auftsllen lassen, so der Vorwurf. Altstadtbewohnerinnen und -bewohner haben mittlerweile einen offenen Beschwerdebrief verfasst und eine Unterschriftenliste gestartet. "Wir Bewohner:innen der Halleiner Altstadt nehmen es nicht länger hin, dass unsere Lebensqualität, unser Wohnraum und unser Gemeinwohl dem ungebremsten Eventhunger des Tourismusverbandes Hallein geopfert werden", heißt es darin etwa.
In der Rücktrittserklärung des Vorstandes heißt es zu den Vorwürfen: "Im Zuge der Aufarbeitung hält der scheidende Vorstand fest, dass die Situation rund um die Absperrungen einzelner Veranstaltungsbereiche am Veranstaltungstag nicht zufriedenstellend gelöst wurde. Insbesondere die Zugänglichkeit zu einzelnen Betrieben hätte sensibler berücksichtigt sowie frühzeitiger und transparenter kommuniziert werden müssen. Der Vorstand erkennt dies ausdrücklich an und bedauert die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten." Die Absperrungen seien aufgestellt worden, um Fluchtwege sicherzustellen. Es habe nicht die Absicht bestanden, gewisse Geschäftsleute zu benachteiligen.
Um die Vorkommnisse aufzuarbeiten, will er nun eine Meinungsumfrage der Bevölkerung sowie einen moderierten Prozess mit allen Beteiligten, also mit Anrainerinnen und Anrainern, Vereinen und Altstadtwirtschaft durchführen, um zu klären, wie das Stadtfest künftig aussehen soll.