Ryanair-Maschine: Fenster brach in 4.500 Meter Höhe
Ein von der Billigfluglinie Ryanair durchgeführter Flug vom griechischen Thessaloniki nach Memmingen in Deutschland musste Freitagfrüh kurz nach dem Start umkehren. Ein Fenster der Boeing 737-800 war aus dem Rumpf gebrochen. Ein an dem Fenster sitzender Passagier wurde in etwa 4.500 Meter Höhe beinahe hinausgesogen. Er wurde nach der Landung ins Spital gebracht. Ryanair bestätigte den Vorfall.
Während des Fluges sei ein Knall zu hören gewesen, dann sei eine Fensterscheibe gebrochen, sagte eine Passagierin der dpa am Freitag. Mitreisende hätten den am beschädigten Fenster sitzenden Passagier festgehalten. Dieser sei ins Freie gesogen worden. "Sein Kopf und seine Schultern ragten aus dem zerbrochenen Fenster hinaus", sagte eine weitere Augenzeugin im griechischen Sender ERT.
Andere Passagiere hätten den Mann zurückziehen können. In der Kabine fielen Sauerstoffmasken herab, wie auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Laut dem Flugbranchenportal Aero ereignete sich der Zwischenfall auf einer Höhe von rund 15.000 Fuß (4.500 Meter). Die Crew entschied sich laut Berichten, sofort unter 3.000 Meter zu sinken, und ließ Treibstoff ab, um das zulässige Landegewicht zu erreichen.
Der Pilot habe daraufhin den Flug abgebrochen und sei zum Flughafen Thessaloniki zurückgekehrt, berichtete die Passagierin. Der Rückflug habe nach dem Zwischenfall noch etwa 20 Minuten gedauert.
Ersten Informationen zufolge brach laut dem ERT-Bericht ein Teil des Triebwerks ab, wobei das Fenster getroffen wurde und dadurch zerbrach. Die Plattform Aero berichtete, dass die Crew wegen einer Fehlermeldung für ein Triebwerk bereits die Rückkehr nach Thessaloniki eingeleitet hatte. Das Triebwerksversagen könnte im Sinkflug aufgetreten sein.
Die meisten Passagiere und Passagierinnen wurden bereits mit einer anderen Maschine nach Deutschland gebracht. Der Passagier, der am betroffenen Fenster gesessen sei, sei vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus in Thessaloniki gebracht worden, berichtete der griechische Rundfunk. Den Informationen zufolge stammt der Mann aus Serbien. Er leide unter einer Nackenverletzung und Verbrennungen durch die Reibung.
Ryanair bestätigte gegenüber der dpa den Vorfall. Während des Fluges nach Deutschland habe sich kurz nach dem Start ein Passagierfenster gelöst. Daraufhin sei die Maschine zum Startflughafen zurückgekehrt. Um die Verspätung so gering wie möglich zu halten, sei ein Ersatzflugzeug organisiert worden. Details zur Ursache des Vorfalls machte die Fluglinie nicht. Laut ERT wurden Ermittlungen aufgenommen.
Der Vorfall erinnert an einen Unfall 2018, als das linke Triebwerk einer Boeing 737-700 von Southwest Airlines explodierte und Trümmerteile den Rumpf trafen. Davon war auch ein Kabinenfenster betroffen, das herausbrach. Durch den abfallenden Druck wurde eine Passagierin teilweise aus dem Fenster gesogen und erlitt schwere Verletzungen, denen sie später erlag.