Portugal - Spanien: Spätes Tor entscheidet WM-Duell
Portugal scheidet gegen Spanien aus. Ein spätes Tor entscheidet das WM-Duell. Für Cristiano Ronaldo endet damit die letzte Weltmeisterschaft.
Spanien steht im Viertelfinale der Fußball-WM. Österreichs Sechzehntelfinal-Bezwinger feierte am Montag in Dallas gegen Portugal durch ein Tor von "Joker" Mikel Merino (91.) einen 1:0-Sieg über Portugal und trifft nun am Freitag auf Belgien, das Co-Gastgeber USA aus dem Turnier warf. Durch Portugals Out endete auch Cristiano Ronaldos Hoffnung auf einen WM-Titel. Der 41-jährige Superstar bestätigte danach, seine letzte WM-Partie absolviert zu haben.
Spanien erwischte den besseren Start – ein erster Versuch von Mikel Oyarzabal fiel zu harmlos aus (3.). Fünf Minuten später lief der Stürmer allein aufs Portugal-Tor zu, schoss aber am langen Eck vorbei. Ronaldos erster Auftritt folgte in der zwölften Minute, als er Spanien-Schlussmann Unai Simon mit einem Abschluss aus spitzem Winkel prüfte.
Der regierende Europameister antwortete mit einer Doppelchance in der 16. Minute. Portugal-Keeper Diogo Costa musste sich bei Schüssen von Lamine Yamal und Alex Baena ordentlich strecken. Davor wie danach nahmen beide Teams nicht das letzte Risiko, trotzdem wurde auch Portugal noch einmal gefährlich. Bei einer artistischen Ronaldo-Einlage hatte Simon keine Mühe, ein von Pedro Porros Kopf abgefälschter Schuss von Nuno Mendes flog an die Latte (41.).
Nach dem Seitenwechsel steigerte sich Spaniens Ballbesitzanteil, mehr als Halbchancen durch einen Schuss von Baena (65.) und einen Freistoß von Lamine Yamal (73.) – beide Male war Costa auf dem Posten – schauten vorerst allerdings nicht heraus. Auf der Gegenseite traf Bruno Fernandes das Außennetz (75.). Die Entscheidung folgte zu Beginn der Nachspielzeit. Der eingewechselte Ferran Torres spielte den fünf Minuten zuvor ins Spiel gekommenen Merino frei, der Costa keine Abwehrmöglichkeit ließ.
Im Finish verpasste Bernardo Silva den Ausgleich, sein Kopfball flog knapp übers Tor (96.). Damit sind die Spanier nun schon seit 36 Bewerbsspielen nach regulärer Spielzeit und Verlängerung ungeschlagen. Ihr Goalie Simon verlängerte seine WM-Rekord-Torsperre auf 609 Minuten. Spanien-Teamchef Luis de la Fuente zeigte sich danach hocherfreut. "Es war ein Spiel zweier sehr starker Teams. Wir haben alles gegeben und sind glücklich, dass wir so weit gekommen sind", erklärte der Coach.
Der portugiesische Teamchef Roberto Martinez, selbst Spanier, war nach dem Turnier-Out geknickt. "Es war ein ausgeglichenes Spiel, und wir hätten zumindest die Verlängerung verdient gehabt, aber so ist nun einmal der Fußball." Er sei dennoch stolz auf die Leistung seiner Truppe, betonte der 52-Jährige in einer ersten Reaktion.
Wenig später erklärte Martinez seinen Rücktritt. Er sei angetreten, um mit Portugal Weltmeister zu werden, habe dieses Ziel verfehlt und ziehe nun die Konsequenzen, meinte der Coach und bedankte sich explizit bei Ronaldo. Der Superstar erklärte: "Ich habe mein Bestes gegeben und gehe mit gutem Gewissen. Es war zwar meine letzte Weltmeisterschaft, jetzt habe ich Zeit, nachzudenken und Zeit mit meiner Familie zu verbringen", sagte Ronaldo. Seine Zukunft im portugiesischen Team ließ er offen. "Ich werde keine voreiligen Entscheidungen treffen."